Uriah Heep - Into the Wild (VÖ 15.4.11)

Uriah Heep - Into the WildVier Dekaden Rockgeschichte mitgeschrieben, 33 Millionen Tonträger verkauft, im Laufe der Zeit fast alle Musiker gewechselt. All das mag bereits charakteristisch sein und nicht all zu viele Treffer zulassen, wenn man nach dem Namen einer bestimmten Rockband fragt. Aber es genügt ein einziger Begriff, damit sich die Schnittmenge auf die Lösung reduziert: „Hammond Orgel“. Richtig – Die Rede ist von Uriah Heep.


 

Tatsächlich – die Bühnenoldies, die für melodiösen, harmonischen Progressive Rock stehen wie kaum eine andere Kombo der letzten gefühlten 200 Jahre, kommen mit Album Nummer 24 zurück ins Rampenlicht. 24 Alben, damit füllt die Diskografie der Band schon ohne Live-Alben und Best Of’s genau die Hälfte des gängigen CD Ständers einer schwedischen Möbelkette... Beeindruckend!

Wie alle anderen Künstler der klassischen Rocksparte werden auch Uriah Heep mit „Into The Wild“ vor der Frage des Hörers stehen, ob ihre Musik in der heutigen Zeit noch anspricht, noch „geht“, noch passt. Die Antwort hierauf kann Mick Box, Bernie Shaw, Phil Lanzon, Trevor Bolder und Russel Gilbrook eigentlich relativ egal sein. Nach einer derartigen Karriere müssen sich Uriah Heep als Legende ihrer Sparte per se eigentlich an nichts mehr messen und sich nirgendwo mehr behaupten. Das Quintett formuliert einfach einmal mehr sein bezeichnendes Material neu. Musik zum Selbstzweck? Oder wird das neue Material nach so langer Zeit noch ein mal für inhaltlich und musikalisch Überraschendes sorgen?

Überraschung ja – Selbstzweck nein. Vorweggenommen: „Into The Wild“ klingt wie allerfeinster Melodic Hard Rock aus den 70ern, und richtig: Uriah Heep sind keine Band der progressiven Kultrockersparte aus den späten 90ern. Die Überraschung besteht also nicht darin, dass man mit der Zeit gegangen ist und im Jahre 2011 irgendetwas völlig Untypisches kreiert hat, sondern im Gegenteil dazu noch immer auf die alten und immergleichen Stärken setzt, die das neue Album in der Kulisse der heutigen Rockwelt zu etwas Außergewöhnlichem, eben Überraschendem machen. Das, was die fünf Briten aktuell spielen, klingt urwürzig und unantastbar und wird jeden Ü30-Rocker zu einem sehnsüchtigen „Das waren noch Zeiten“ verleiten. Das schöne daran: Es ist zeitlos und spricht auch heute noch ungemein an. Sehnsuchtsfaktor inklusive.


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Nail on the Head

Mit dem ersten Takt des Openers „Nail On The Head“ ist klar, dieses Album wird ein Statement, das da lautet: „Wir sind da. Punkt.“ Zum betörenden Dampflok-Rhythmus sieht man vor dem geistigen Auge Mick Box unterstreichend mit dem Fuß aufstampfen, während die erwähnte Hammond Orgel zu singen scheint „ich auch“.
Noch sind die klassischen Elemente der Truppe zwar nicht glasklar und vordergründig, aber spätestens mit dem
Gute-Laune-Knaller „I’m Ready“ ist man mitten im Strom der bekannten Melodien, der charakteristischen mehrstimmig gesungenen Refrains, der schweißtreibenden Schlagzeugpassagen und der Gitarrensoli. Ruhigere Seitenarme durchschwimmt „Into The Wild“ nur gelegentlich – „Kiss Of Freedom“ würzt die Suppe mit balladenähnlichen Zutaten, „Lost“ durchbricht die Welle der Harmonie mit ungewohnt unharmonischen Melodien, in dem Maße, in welchem Musik von Uriah Heep „unharmonisch“ sein kann. Und  „T-Bird Angel“ weiß so recht nicht, ob es ruhig oder wild sein will. Markante Gemeinsamkeiten dieser genannten „Aus-Der-Reihe-Tänzer“ ist die Positionierung am Ende des Albums, was in der Hörchronologie ein klein wenig den Eindruck aufkommen lässt, man habe den roten Faden verloren.

Es bleibt dem Hörer überlassen, ob er ein in großen Teilen absolut charakteristisches Uriah Heep Album als Meilenstein bezeichnet, weil es sich in der heutigen Rockszene behaupten kann und wird, oder ob er sich mehr Abwechslung oder gar Weiterentwicklung gewünscht hätte. Hörenswert, vor allem für Genrefans ist das neue Album aber allemal.

Christoph Ermel

Bewertung: 3,5/5
Highlights:
Nail on The Head, I’m There, Southern Star, Believe

Tracklist:
01. Nail On the Head
02. I Can See You
03. Into the Wild
04. Money Talk
05. I’m Ready
06. Trail of Diamonds
07. Southern Star
08. Believe
09. Lost
10. T-Bird Angel
11. Kiss of Freedom
12. Hard way to learn (Bonus Track)

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Mehr offizielles Material
Offizielle Webseite von Uriah Heep
Konzerttermine
01.08.2014 - Unterpremstätten (AU), Schwarzl Freizeitzentrum (bei See Rock Festival)
17.11.2014 - Pratteln (CH), Z7 Konzertfabrik Pratteln
19.11.2014 - Wien (AU), Szene
23.11.2014 - Mannheim (D), Alte Seilerei
23.11.2014 - Mannheim (D), Alte Seilerei
28.11.2014 - Berlin (D), C-Halle
29.11.2014 - Köln (D), Live Music Hall
02.12.2014 - Hamburg (D), Grosse Freiheit 36
05.12.2014 - Sennfeld (D), Frankenhalle
06.12.2014 - Lauda-Königshofen (D), Stadthalle - Becksteiner Strasse 60
10.12.2014 - Frankfurt-Seckbach (D), Batschkapp

Tickets könnt ihr kaufen bei:

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