Madonna - MDNA (VÖ 23.3.12)

MDNA

Gutes Timing! Lady Gagas letztes Album liegt weit genug zurück (und war auch gar nicht mal so gut) und die neuen LPs all der aufstrebenden Konkurrentinnen wie M.I.A. oder Nicki Minaj lassen noch etwas auf sich warten. Dann nehme man diese Pop-Rabaukinnen direkt noch mit auf sein Album, lässt sie beim Superbowl irgendwie blass dastehen, dreht ein paar ordentliche Videos und schon ist man wieder die Mutter aller Popeskapaden und Feuilletons. Gelernt ist halt gelernt – jetzt muss nur noch die Musik stimmen auf diesem Triple Entendre.


 

Ah, ein Triple Entendre! Wieder was gelernt (Cliffhanger! Wird gleich erklärt!), denn viel zu lernen gibt es auf „MDNA“ eigentlich nicht. Wir haben es da zu tun mit ganz solider Popmusik, die natürlich nicht an Madonnas Uberalbum „Ray of Light“ heranreicht, dafür aber wieder ist besser als das schwer zu ertragende „Hard Candy“. Gute-Laune-Pop, der mit reichlich pumpenden Beats glänzt, ohne große Überraschungen auskommt und nur ab und zu Totalausfälle liefert.

Lyrisch bewegen wir uns zwischen „Uh la la / you’re my super star“ und „Bang Bang / shot you dead / shot my lover in the head“. Letzteres stammt etwa aus dem wohl dunkelsten und most grotesken Trip, den Madonna je zu Ton verarbeitet hat - „Gang Bang“ ist absurd, gar lächerlich und wäre vielleicht ein akzeptabler Bonustrack für...Ke$ha? Der nähme man diese wüste Nummer vielleicht noch ab, aber Madonna, die gerade doch überall „LUV Madonna“ ruft? „WTF?“, könnte man einwerfen, wirkt diese Platte doch zur Hälfte schon vewirrend fragmentiert. Wildes Mädchen schießt erst um sich und schreit dann Liebe – weird!

Natürlich kann Frau Ciccone immer irgendwie mithalten, denn sie schart ja die Best of Breed Produzenten und Künstler um sich, um ihre LPs zu produzieren – „Hey Madonna, die Songs sind fertig, kommst du bitte zum Singen?“ – aber hipper und besser sind eben Tracks wie etwa M.I.A.s „Bad Girls“. Besser passen und klingen da Tracks wie „Love Spent“ und „Masterpiece“ – hörbare Balladen, die mal ein Banjo zulassen und auch stimmlich zulassen und daran erinnern, dass Madonna ja auch singen kann.

Aber wir wollen ja nicht meckern, denn wie gesagt: Lupenreine Popmusik, für jeden ist heir etwas dabei und auf der „Deluxe Edition“ der Platte sind noch die Titel „Beautiful Killer“ und „Best Friend“ herauszuheben.

Ach ja – „Triple Entendre“. Ein Albumtitel mit drei Bedeutungen. “MDNA” als Kurzform von “Madonna”, als “Madonna DNA” oder als Anspielung auf die euphorisierende Droge MDMA.

th

Bewertung: 3/5
Highlights: Turn Up the Radio, I don’t give a, Masterpiece

Tracklist:
1. Girls Gone Wild
2. Gang Bang
3. Im Addicted
4. Turn Up the Radio
5. Give Me All Your Luvin
6. Some Girls
7. Superstar
8. I Dont Give A
9. Im a Sinner
10. Love Spent
11. Masterpiece
12. Falling Free

Deluxe Edition:
13. Beautiful Killer (Bonus Track)
14. I Fucked Up (Bonus Track)
15. B-day Song (Bonus Track)
16. Best Friend (Bonus Track)
17. Give Me All Your Luvin (Bonus Remix)

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