Caligola – Back to Earth (VÖ 2.3.2012)

Back to Earth

Caligola ist ein Stockholmer Künstlernetzwerk und außerdem die neue Liebe von Mando-Diao-Doppelspitze Björn Dixgard und Gustaf Norén. Neben ihnen sind noch weitere große Namen wie DJ Paul van Dyk, die Hip-Hop-Brüder Salazar und Johnossi-Drummer Oskar Bonde mit von der Partie. Nun gibt es das erste Album des Projekts zu hören – hält soviel Fame, was er verspricht?


 

Das Netzwerk Caligola funktioniert wie der Bienentanz: Durch bestimmte Bewegungen kommunizieren die Tiere und teilen so Informationen mit; bei Caligola wird dieses System auf den Austausch über Kunst und Musik angewendet. Und so ergeben sich spannende neue Fragen: Was bekommt man, wenn echte Gitarrenrocker mit dem Pop- und R&B-Sternchen Agnes Carlsson aus der schwedischen Castingshow „Idol“ zusammenspielen? Passt dazu eine Elektro-Prise à la Paul van Dyk und ein Hauch Gospel? Was geschieht, wenn Hip-Hop-Könige wie Masse und Salla Salazar auf Indie-Drummer wie Oskar Bonde treffen?

All diese Fragen haben Caligola mit der Veröffentlichung ihres ersten Band-Projekts beantwortet. Zumindest haben sie es ernsthaft probiert.

Wo ihre Marketingabteilung dann von „rumpelnden, pumpenden Beats“, „geballter Rock’n’Soul-Wucht“ und einem ganz besonderen hitverdächtigen Sound mit „kommerziellem Potential“ schwärmt, lässt sich beim Hören vor allem Letzteres nachvollziehen. Mando Diao sells. Dumpfe Rhythmen, ja, die gibt es gleich am Anfang bei „Back To Earth“. Poppige Elemente, die komplett discofähig sind, folgen mit „Down By The Riverside“. Die erste Single-Auskopplung „Forgive Forget“ ist ebenfalls sehr tanzbar. Nervöse Synthiesounds bei „Violettas Dance“, der Hommage an die gleichnamige Caligola-Erfinderin, radiotaugliche Klaviermelodien in „Morning Light“, eingängige Boygroupeinlagen bei „Raise Your Head“ – alles da, chartfertig verpackt.


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Was fehlt: Der wunderbare Text-Wahnsinn von Mando Diao, die rotzdreckigen Gitarrenriffs, für die man die Schweden nun mal liebt, auch wenn sie seit ihren ersten beiden Alben „Bring ’em in“ und „Hurricane Bar“ immer weiter Richtung (Massen-)Erfolg gewandert sind.
Dass die beiden Nestflüchter ihre Identität bei Caligola am liebsten unter Mönchskutten verbergen, um unabhängig von ihrer Herkunft noch einmal etwas Neues zu schaffen, ist ein netter Versuch. Ein Experiment, das auch schon vor dem Eintritt der Schweden 2008 existierte – ein Künstlernetzwerk, das nicht nur Musiker umfasst, sondern dem auch Tänzer, Maler oder DJs angehören, die in seinem Rahmen gemeinsam kreatives Potential aufbauen und nutzen. Dementsprechend, berichtet Gustaf Norén, sollen auch mit „Back To Earth“ verschiedene Genres miteinander verschmolzen werden: Rock und Soul, HipHop-Drums und Bläser, Dancebeats und Jazz.

Bei Caligola soll das Unmögliche möglich werden – immerhin ist der Namensgeber des Projektes ein verrückter Kaiser des Römischen Reiches, der sein Lieblingspferd zum Senator erklären wollte. Klingt nach purem Wahnsinn? Vor allem nach Spaß, denn urbane Popkultur ist, was „Back To Earth“ ausmacht. Nicht die großen Namen, nicht hochtrabende Kunst, sondern die Freude am Bienentanz – dass es die großen Namen Dixgard & Norén sind, die dieses clubtaugliche, aber nicht allzu überragende Album verkaufen, steht auf einem anderen Blatt.

Sabine Wirsching

Bewertung: 3/5
Highlights: Raise Your Head

Tracklist:
1. Back 2 Earth
2. Down By The Riverside
3. Forgive Forget
4. Fire Burns Out A Weak Heart
5. Violettas Dance
6. Sting Of Battle
7. Morning Light
8. Raise Your Head
9. My Sister Rising
10. Capo
11. Sad Girl
12. Ride The Night Away
13. Mr. Morris
14. Angel Ice
15. Hapokalypse

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