EFFI - Astronaut (VÖ 20.07.2012)

(c) EFFI

EFFI, ein Projekt des österreichischen Songwriters Thomas Petritsch, ist eine der Neuentdeckungen im Indie-Bereich und noch immer ein Geheimtipp. Mit enormer Leichtigkeit gelingt es ihm, den Sommer musikalisch festzuhalten und Sonne in unsere Gehörgänge zu bringen.


 

Normalerweise bewertet man eine CD nicht nach ihrem Äußeren. Hier jedoch muss man eine Ausnahme machen, denn das Booklet ist dermaßen liebevoll gestaltet, dass man einfach nicht anders kann: Der Titel „Astronaut“ wurde gestalterisch aufgegriffen, man kann sich seinen eigenen Astronauten basteln und auch sonst ist das vom Musiker selbst gezeichnete Design einfach nur großartig – hier schon mal ein Lob vorab! Es gibt der CD einen ganz persönlichen Touch, bevor man überhaupt mit der Musik in Berührung kommt.

Thomas Petritsch und sein Projekt EFFI waren im vergangenen Jahr enorm erfolgreich, man kann sagen, die österreichische Indieszene wurde von ihm richtig aufgemischt, doch auch außerhalb spielte er auf vielen Festivals und Konzerten. EFFI – benannt im Übrigen nach der Fontane-Figur Effi Briest – bezeichnet sich selbst als Songwriter und Elektroniker, der im Geiste ein Poet und im Herzen Indie ist. Und diese Beschreibung trifft es ziemlich gut. Der Grazer, der auf Englisch (leider ohne jeglichen Akzent) singt, zeigt auf seinem Album eine enorme Bandbreite von Gitarrenmusik und minimalistischer Elektronik, die einfach nur begeistert. Entstanden ist das Werk innerhalb von drei Jahren mithilfe von Alexander Nefzger und dem Ohrbooten-Schlagzeuger Markus „Onkel“ Lingner. Thomas Petritsch spielt die meisten Instrumente selbst und überrascht hier mit Exoten wie der Ukulele. Außerdem gibt es Pfeifen, Mundharmonika, Klatschen – verschiedenste Mittel, um zu variieren und den Zuhörer nicht eine Sekunde zu langweilen.

Auf dem Album befinden sich dreizehn Songs, die wahnsinnig verträumt und verspielt sind. In sich harmonierend, beginnt man, sich unweigerlich in den Liedern und der Zeit zu verlieren. Es ist wie ein Urlaub vom Alltag und erinnert stark an Dota und die Stadtpiraten sowie an Olli Schulz. Man merkt die Leichtigkeit, die Freude, mit der der Musiker bei der Sache ist und kann gar nicht anders als mitwippen und schnell auch mitsingen. Eine CD, die die Sonner einfängt! Besonders die Lieder „Friends“ und „Mars“ stechen heraus, sie gehen einfach sofort ins Ohr und bleiben dort auch noch lange, nachdem die CD geendet hat. Dieses Album nicht zu mögen, ist nahezu unmöglich und bei schlechter Laune definitiv ein gutes Gegenmittel! Grandiose 5 von 5 Punkten!!

Leona Dotterweich

Bewertung: 5/5
Highlights: Friends, Mars

Tracklist
1. distance
2. friends
3. sinnerman
4. lovefiles
5. …byebaby
6. happy
7. mars
8. eleven
9. ..norway
10. breathing
11. dance
12. summersun
13. danndanke

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