Smashing Pumpkins - Oceania (VÖ 18.6.2012)

(c) Smashing Pumpkins

Da ist sie wieder, die unverkennbare Stimme von Billy Corgan. „Oceania“ heißt das neuste Werk seiner Smashing Pumpkins. Seine? Ja. Es sind immer noch seine Pumpkins, wenn auch mittlerweile so weit entfernt von der Originalbesetzung wie Thomas Gottschalk von einer guten Quote im Vorabendprogramm.


 

Das neue Album steht und fällt mit der Unverwechselbarkeit der Corgan-Stimme, mit seinem Songwriting und den so typischen, atmosphärischen Parts. Vergleiche zu früheren Alben anzustellen wäre müßig, denn die Pumpkins haben sich verändert. Dies muss allerdings nichts Schlechtes sein, und so entdeckt man auch auf diesem Album nach mehrmaligem Hören die eine oder andere Perle.„My Love is Winter“ oder das großartige „Pinwheels“ sind solche Perlen. Überhaupt machen gerade die ersten Songs Lust auf mehr. „The Celestials“ erinnert dann fast wieder an alte Tage und hätte auch auf einem früheren Album veröffentlicht sein können.

Der Break kommt beim 9-minütigen „Oceania“, danach wird es eher belanglos, was schade ist, denn genau an diesem Punkt hat man Lust auf mehr bekommen. Aber waren frühere Alben der Smashing Pumpkins wirklich gänzlich ohne Tiefpunkte?

Natürlich fehlen die brachialen Riffs auf „Oceania“, die Tempowechsel, Corgans Stimme, die erst kreischt, um im nächsten Moment zu flüstern, - und trotzdem passt dieses Album in das Gesamtwerk des musikalischen Schaffens von Billy Corgan. Es ist unverkennbar seine Art, Songs zu schreiben und seine Art Atmosphäre zu erzeugen.

Stünde „Oceania“ am Beginn einer musikalischen Reise, würde es rückblickend von vielen bestimmt besser bewertet werden. Da Billy Corgan aber schon so viele Meisterwerke geschaffen hat, ist dieses Album einem harten Vergleich ausgesetzt. Wenn man „Oceania“ rausholt aus dem flammenden Schatten früherer Tage und für sich stehenlässt, dann kann dieses Album auch den besonderen Zauber entfalten, den nur ein Billy Corgan zu erzeugen in der Lage ist.

Patrick Richter

Bewertung: 3/5
Highlights: My Love Is Winter, Pinwheels, The Celestials

Tracklist:
1. Quasar
2. Panopticon
3. The Celestials
4. Violet Rays
5. My Love Is Winter
6. One Diamond, One Heart
7. Pinwheels
8. Oceania
9. Pale Horse
10. The Chimera
11. Glissandra
12. Inkless
13. Wildflower

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