The Dandy Warhols - This Machine (VÖ 27.4.12)

This Machine

18 Jahre lang gibt es The Dandy Warhols schon: 1994 haben sich die Jungs in Portland gegründet und stehen seitdem für eine meist wohlbekömmliche Mischung aus Alternative Rock mit psychedelischem Einschlag und kraftvoller Gitarrenpopmusik. Und waren bisherige Alben musikalisch immer recht eindeutig gehalten (ob man sie nun mochte oder nicht), kann man „This Machine“ diesmal nur schwer einordnen.


 

Album Nummer Acht also ist das Album des Umbruchs, das Album, bei dem Courtney Taylor-Taylor nicht (fast) alle Songs schreibt, sondern auch mal den Stift abgibt an die Mitstreiter DeBoer und McCabe. Album Nummer Acht ist es, das mit reichlich viel Fuzz im Buzz, äh, Bass beginnt und somit erst einmal hinfort strebt von den Gitarren, die ein Werk der Dandy Warhols sonst mal gerne dominieren – aber natürlich nicht lange. Und überhaupt ist hier gar nichts wie immer und nie so wie im Song zuvor.

Erst rockt es, dann juckt es, dann wabert es, da ist dann auf einmal dieses „Well they’re gone“, bei dem man sich erst mal die Plastikfliege aus dem Ohr scheuchen muss. Geht natürlich nicht, weil sie zum Track gehört - wahnsinnig komisch (wirklich!) - der Rest vom Track wabert dann sehr angenehm vor sich hin und der halbtote, verdurstende Westernheld lässt sich vom Muli auf der Bare durch die Prärie ziehen. Jedem sein Bild im Kopf!

„Rest your Head“ ist dann wieder ganz anders, power-poppt sich direkt ins Ohr, „16 Tons“ (im Original von Merle Travis, ihr kennt es vielleicht aus gutem Englischunterrricht...“sold my soul to the company store“) hupt sich sozialkritisch wie eh und je durch die Kohlegrube und könnte in einer ähnlichen Version auch prima von Tom Waits oder gar Marilyn Manson gecovert werden (hier, wieder was gelernt: Sixteen_Tons bei Wikipedia.

Dann wird’s wieder simpler: „I am free“ macht nichts falsch, zupft sich munter und mit Trompetensolo in die Beine, bevor es mit „SETI vs. The Wow Signal“ wieder rockig wird, mit „Don’t shoot she cried“ wieder total chillig und mit „Slide“ stampfend sphärisch. Trifft es das? Keine Ahnung, jedem sein eigenes Adjektiv!

Und was macht man dann mit so einem Mischmasch? Tracks einzeln kaufen. Das Album ist hier nur noch Showreel für 11 Individualisten – aber die sind zu keinem Zeitpunkt schlecht.

Hier gibt es das Album derzeit noch im Stream.

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Bewertung: 4/5
Highlights: Sad Vacation, Well they’re gone, Rest your Head

Tracklist:
1. Sad Vacation
2. The Autumn Carnival
3. Enjoy Yourself
4. Alternative Power to the People
5. Well They're Gone
6. Rest Your Head
7. 16 Tons
8. I Am Free
9. SETI vs. the Wow Signal
10. Don't Shoot She Cried
11. Slide

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