The Nightwatchman, besser bekannt als Tom Morello, Gitarrist von Rage Against The Machine und Audioslave, hat also Lust mal ein wenig handfeste, bodenständige und rebellische Akustikgitarrenmusik zu machen. Auch nicht gerade im Stillen erschienen will die „One man revolution“ die heimischen Boxen erobern…
The Nightwatchman, das Alter Ego von Tom Morello, sieht sich selbst als „Artist of the people“. Zunächst ohne Absichten eine Platte zu machen, spielte er 2003 eine Art politisch orientierte Folkmusik vor einigen Leuten in L.A. und später dann begleitend auf der Tour des englischen Protest-Barden Billy Bragg. Nun hat Morello allerdings doch eine Scheibe aufgenommen und möchte „One man revolution“ als Reaktion auf unnötige Kriege, Folter und Spionage verstanden wissen. Dafür hat er sogar Audioslave und RAtM hinten angestellt.
Das Album pustet genau das durch die Boxen, was man erwartet. Kraftvolle, akustische Gitarren ab und an begleitet von leisen Orgeln, Klavierparts oder Westerngitarren und eine genauso herausfordernde stimmliche Präsentation von Tom Morello. Herausfordernd nicht wegen etwaiger Haken und Ösen der Melodien und damit verbundener Erwartungen an die Open Mindness des Hörers. Herausfordernd eher aufgrund der Texte, die so klingen wie der nasse, reudige Köter auf dem Backstep in Metallicas „Low mans lyric“ aussehen musste.

On the side of a dirt road/An old Chevy wreck/I climbed through the window/I sat in the back/
Lyrisch hat Tom Morello auf „One man revolution“ alles ausgepackt, was seine Western- oder Desperadofantasien hergeben. In fast jedem Song drängen sich Bilder eines Mannes auf, der mit seiner Gitarre auf dem Rücken alleine irgendeinen Highway entlang läuft und wenn es sein muss, auch mal jemanden aus dem Weg räumt, der ihm nicht passt oder sonst wie gerade vor die Sporen gekommen ist.
I slipped from the shadow, the shadow/I saw things I should not see/The moon rose high/Over the garden, the garden of Gethsemane/
Man kann die doch sehr ähnlich dramatischen Songs mit ihren stets etwas gleichen Melodien und die staubig rebellischen Texte kritisieren und „One man revolution“ wie der Rolling Stone ziemlich schwach finden. Man kann sich aber auch einfach darauf einlassen und in Gedanken Regisseur spielen, um seinen eigenen Roadmovie zum Album zu drehen. Einige der Songs lassen sich hervorragend beim Lagerfeuer nachsingen, ohne die alten Kamellen zum Händchenhalten herausholen zu müssen.

„One man revolution“ bietet von vorn bis hinten genug Material, mit dem man sich anfreunden kann oder das zumindest nicht fehl am Platz wirkt. Wem wird das Album gefallen? Schwer zu sagen – mit Sicherheit denen, die sich mit akustischen Gitarren anfreunden können und Leuten, die sich zu jedem Roadmovie oder Western im Cowboyhut vor den Fernseher setzen und einen ausgetrockneten Grashalm aus eigener Zucht kauen – jedem, der am liebsten im Duell gegen Dirty Harry antreten möchte, um dem Sack endlich mal zu zeigen, wer hier wirklich der Tough Guy ist.
Und wenn Morellos Fantasien nicht gestorben sind, weil sie erschossen oder überfahren wurden, dann wird er uns vielleicht irgendwann noch einmal mit auf Reisen nehmen.
So ask what you want/From the dusk to the dawn/The answer’s still no/Cause brother I’m gone
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Webseite: http://www.nightwatchmanmusic.com/
Highlights: One man revolution, Let freedom ring, The garden of Gethsemane, Battle Hymns
Lowlights: No one left, The dark clouds above
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Tracklist:
1. California's Dark
2. One Man Revolution
3. Let Freedom Ring
4. The Road I Must Travel
5. The Garden of Gethsemane
6. House Gone Up In Flames
7. Flesh Shapes The Day
8. Battle Hymns
9. Maximum Firepower
10. Union Song
11. No One Left
12. The Dark Clouds Above
13. Until The End




