Maximo Park - The National Health (08.06.2012)

(c) Maximo Park

Das vierte Album von Maximo Park erscheint unter dem Titel „The National Health“ und bietet, neben dem altbekannten, tanzbaren Sound der Jungs, auch ein paar Innovationen und viele ruhige Stücke. Eine Platte zum Tanzen, Spaßhaben, Mitfühlen und Nachdenken.


 

Nach dreijähriger Pause erscheint nun das vierte Album „The National Health“ von den fünf Jungs von Maximo Park. Das magentafarbene Cover (eine verendende Taube) und der Titel lassen auf politisch angehauchte Texte zur Lage der englischen Nation schließen – was jedoch in den 13 sich darauf befindenden Songs nicht wirklich tiefgehend thematisiert wird. Vielmehr geht es um alltägliche Dinge, um Beziehungen, Schuld, Gewalt und die Liebe, kombiniert mit den gewohnten Maximo Park-Klängen: Also schnell ins Ohr gehende Refrains, weiche Melodien und dominanten Gitarren. Das Tempo wechselt, dominierend sind jedoch die schnellen, tanzbaren Rhythmen. Die Künstler planten „The National Health“ als Mischung aus ihren vorherigen Alben, nur mit mehr Abwechslung. Als Produzenten haben sie sich dazu Gil Norton ins Boot geholt – allerdings ist objektiv nicht allzu viel experimentelle Spielfläche zu erkennen. Abwechslungsreiche Songs sind jedoch vorhanden, und das Album kann nicht nur alte Fans, sondern auch neue Hörer begeistern!

„When I Was Wild“: Nach der Intro-Frage, ob er sich wirklich vorstellen müssen, singt Paul Smith gefühlvoll zu unerwartet wenig Begleitung – lediglich Streicher und ein Pianist begleiten ihn. „The National Health“: Der Titelsong ist ein harter Schnitt zu seinem Vorgänger, denn es ist von Beginn an laut, schnell, es geht in den Kopf und die Beine, man will tanzen und springen und es hat definitiv Ohrwurmcharakter. Hier bekommt man, was man von Maximo Park gewohnt ist. Es gibt zwar ein paar Kommentare zur englischen Gesellschaft, aber bei weitem nicht, was der Titel verspricht. „Hips and Lips“: Hier haben wir ein altbekanntes Thema bei Maximo Park: die Liebe. Ein softer, doch vom Schlagzeug dominierter Song, der durch Tempowechsel überzeugt und durch die Steigerungen zum Tanzen animiert. Die Melodie ist sehr einprägsam und erinnert an frühe Placebo-Stücke, was gut an den eingebauten Electro-Beats liegen könnte.

„The Undercurrent“: Beim ersten Hören schon pure Liebe, das Herzstück auf der Platte. Es geht um die ehemals Geliebte. Ein langsamer, verträumter Rhythmus, etwas melancholisch, und (zum Glück) mit über vier Minuten das längste Stück. „Write This Down“: Hier haben wir wieder ein schnelles, tanzbares Lied mit schönen Popmelodien, allerdings mit geringem Wiedererkennungswert. „Reluctant Love“: Eine sehr eingängige, sommerlich-leichte Melodie mit wundervollen Instrumentalstellen. Hier schwappt die Romantikwelle schwappt über. „Until the Earth Would Open“: Das Intro ist definitiv ein Highlight, bevor der Song in den typischen Maximo-Park-Sound übergeht. Beschwingt, leicht und ein sehr eingängiger Refrain, der zum Mitsingen einlädt.

„Balieue“: Dieses Lied sticht aus dem Album heraus, da man hier die angekündigte Experimentierfreudigkeit der Band zu hören bekommt. Eröffnet wird mit Synthieklängen und einem sehr ungewohnt enorm dunkel klingenden Paul Smith. Es ist dominanter, härter; passend zum behandelten Thema Gewalt. Eine tolle Abwechslung in der Mitte des Albums! „This is What Becomes of the Broken Hearted“: Nur mit Piano begleitet, beginnt Paul Smith den zweiten Höhepunkt auf dieser CD auch hier schöne Abwechslungen von Tempo und Lautstärke. Natürlich geht es hier um große Emotionen, schon allein die Aussprache von „hearted“ sollte als Beispiel genügen. „Wolf Among Men“: Eine gut tanzbare, einprägsame Nummer, aber der Wow-Effekt fehlt einfach. Nicht schlecht, aber auch einfach nichts Besonderes.

„Take Me Home“: Hier dominiert der leicht ins Ohr gehende Refrain, welcher das schnelle Lied und seine schönen Steigerungen regelrecht mitreißt. „Unfamiliar Places“: Der dritte Favorit! Denn dieses Album punktet vor allem mit den melancholischen, langsamen Stücken. „Waves of Fear“: Die Platte endet mit dem typischem Maximo-Park-Sound – schnell und noch immer voller jugendlicher Energie!

Leona Dotterweich

Bewertung: 4/5
Highlights: The Undercurrents, This is What Becomes of the Broken Hearted, Unfamiliar Places

Tracklist:
1. When I Was Wild
2. The National Health
3. Hips And Lips
4. The Undercurrents
5. Write This Down
6. Reluctant Love
7. Until The Earth Would Open
8. Banlieue
9. This Is What Becomes Of The Broken Hearted
10. Wolf Among Men
11. Take Me Home
12. Unfamiliar Places
13. Waves Of Fear

Artikel teilen
Aktuellste Berichte zum Künstler
Konzerttermine
04.07.2013 - Lörrach (D), Marktplatz (bei Stimmen-Festival 2013)

Tickets könnt ihr kaufen bei:

♫ von Maximo Park gibt es bei:
Amazon Amazon MP3 Musicload iTunes
Und weil wir Vinyl lieben...
Amazon
comments powered by Disqus

R.I.P.


2007 - 2013!



Wir verabschieden uns von allen Lesern, Mitschreibern, Promotern und Künstlern, ohne die dieses tolle Projekt niemals so weit gekommen wäre wie es eben gekommen ist!

Wer nicht auf die regelmäßige Dosis Albumstreams noch nicht veröffentlichter LPs aller Genres verzichten möchte, dem sei http://albumstreams.com ans Herz gelegt!