
„Puder ist Disco ohne Disco, aber mit Discobeats“ - da kann man zustimmen, denn die Dame aus Hamburg ist nur oberflächlich auf Clubsause geschminkt, fehlt zur Disco-Vollendung doch noch der weit nach außen gehende Kajalstrich. Stattdessen gibt sich das neue Album von Catharina Boutari alias Puder zwar tanzbar bis zum Abwinken und mit einer gehörigen Prise Pop-Appeal, aber eben in kleinerem Rahmen: Vor dem Spiegel daheim, vor der tatsächlichen Clubsause beim Aufwärmen, Umziehen oder eben zum „Kopffreikriegen“ nach einem langen Tag. Ein Album wie ein guter Freund...
...und das ist dann auch nicht alles so elektronisch, wie es anmutet, denn hier war eine Band am Werk. Es blubbert und wabert die Bassgitarre, es vibriert die Orgel, es lickt die Gitarre, es knallt die Snaredrum (
) und es summt der Hintergrund-Chor. Und über alldem liegt dieser warme Sound. Live hatte Puder ihre Songs schon längst in sich perfektioniert, bevor sie mit ihnen ins Studio ging und die Platte dort in knapp über drei Wochen aufnahm. Man hört das: Jeder Song ist so lang, wie er sein muss, ist wohlüberlegt, wohlarrangiert, hat die notwendige Reife - die Taktik ist aufgegangen.
CLICK CLACK by Puder
Effekthascherei ist hier ein Fremdwort, die großen Gesten gibt es nicht und man darf selbst entscheiden, ob sie fehlen oder nicht. Inhaltlich ist „Puder“ dann auch weder Leicht- noch Schwergewicht. Aber Tanzen und Denken? Das geht sowieso nicht gleichzeitig, also muss die Pladde mehrmals gehört werden. Erst mal selbst kaputtzappeln und dann eben noch mal zuhören. „Puder“ ist nicht die Platte für eine Nacht und man darf nach mehreren Treffen dann entscheiden, ob mehr draus wird oder nicht.7
th
Bewertung:
Highlights: Heyoh!, Puder, Click Clack, Post vom Meer
Tracklist:
1. Puder
2. Click Clack
3. Bessere Töchter
4. Meinen Kindern die Welt
5. Großstadtkonkubinen
6. Sturm
7. Post vom Meer
8. Liebeslied ohne Namen
9. Heyoh!
10. Straßenrand
11. Parolen
12. Erde















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