Goldfrapp - Head First (VÖ 19.3.)

Goldfrapp - Head First (VÖ 19.3.) Alison Goldfrapp und Will Gregory sind schon vier Alben lang ein musikalisches Paar. Und zwar eines mit wechselhaften Launen. Vom verschrobenen, aber famosen Debüt „Felt Mountain“ über das kantige „Black Cherry“, die ebenfalls sehr feine LP „Supernature“ hin zum eher nachdenklichen „Seventh Tree“ – der Stil Goldfrapps war nie länger als ein Album beständig. Mit „Head First“ verhält sich das nicht anders. Diesmal allerdings wird tief in die 80er Trickkiste gegriffen, sämtlicher Kitsch abgeschüttelt und damit ein doch noch solides Werk voller tanzbarer Synthie-Nummern abgeliefert.

 

 


Man könnte meinen es hätte noch nicht genug 80er-Revival-Musik gegeben in den letzten zwei Jahren. La Roux trugen einen großen Teil zum Entfachen des Nostalgie-Trips bei, Little Boots machten artig mit und Ladyhawke schlug ebenfalls voll in dieselbe Kerbe, auch wenn die Dame erfolgstechnisch leider etwas auf der Strecke geblieben war.

Nun also Goldfrapp. 38 Minuten lang wühlen sich die englische Sängerin und Songschreiberin sowie ihr aus Bristol stammender Partner (nur musikalisch!) Will Gregory durch alles, was das bunte und manchmal geschmacklose Jahrzehnt  hergibt. Da wäre etwa der trotzige Opener „Rocket“, der zugleich die erste Singleauskopplung stellt und direkt aufzeigt, welche Zutaten „Head First“ zu dem machen, was es ist. Ein gebrochenes Herz, eine Rakete und ein gekränktes Mädchen, das den Ex auf den Mond schießt: Vielschichtig wird es hier zu keiner Zeit.


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Goldfrapp - Rocket

Fehlender Tiefgang soll dem fünften Longplayer der Engländer allerdings nicht zum Verhängnis werden. Auch können durchaus eingängigen Melodien und ein ungewohnt luftig leichter Vortrag der Frontfrau ja eigentlich kein Grund sein die Keule auszupacken. Was allerdings stört ist die Belanglosigkeit, der fast jeder Track hier letztendlich zum Opfer fällt. Denn kaum sind die elektrisierenden Synthie-Attacken wie etwa die vom wirklich mitreißenden „Alive“ verklungen, ist der Song vergessen. Ja, man erkennt ihn natürlich sofort wieder, sobald ein neugieriger Mitmensch durch die Titel spult, aber kaum drei tanzbare Minuten vergangen, ist’s als ob nichts gewesen war.
Schlimm wird es aber Gott sei Dank nur ein Mal, nämlich dann, wenn der Titeltrack selbst in fader Europop-Manier mit Italo-Disco Einschlag sein Stelldichein gibt und sich fast schon wie ein die Nerven zersägender Sonntagnachmittags-Schlager durchs Hirn bohrt.

“Head First “ gehört in der ja noch schmalen Diskografie Goldfrapps nicht zu den besten Alben und wären da nicht halbwegs anständige Nummern wie  „Hunt“, „Alive“ oder „Dreaming“, man müsste sich ernsthaft überlegen, ob man der neusten Laune der beiden Musiker etwas abgewinnen kann.  Da hilft auch das experimentelle und schon gar nicht mehr zum Rest der Platte passende „Voicething“ nicht mehr. Aber es lässt Hoffnung, dass Goldfrapp beim nächsten Mal wieder etwas eigensinniger, ja, verschrobener werden.

th

Bewertung: 3/5
Highlights: Rocket, Hunt, Voicething
Lowlights: I wanna Life, Head First

Tracklist:
1. Rocket
2. Believer
3. Alive
4. Dreaming
5. Head First
6. Hunt
7. Shiny And Warm
8. I Wanna Life
9. Voicething

Weiteres Material:
Offizielle Webseite: http://www.goldfrapp.com
Myspace: http://www.myspace.com/goldfrapp


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