Größer, lauter und kritischer: Amy MacDonald steht nach etlichen Platinauszeichnungen für ihr Debüt „This is the Life“ mit ihrem zweiten Album gehörig unter Druck und tritt die Flucht nach vorn an. Ihre sehr wieder erkennbare Mischung aus Folk, Pop und Country wird nun zum Erklimmen reichlich hoher Klangwände gezwungen.
Dabei fing laut Pressetext alles so niedlich an: „Amy war gerade 12 Jahre jung, als ihre Oma ihr ein wenig Geld zusteckte. Doch anstatt zehn Pfund nach und nach in Eis umzusetzen, zog Amy los und kaufte sich eine CD: "The Man Who" von Travis. So fing alles an - die heranwachsende Amy schnappte sich eine Gitarre und brachte sich den Umgang mit dem hölzernen Apparat im Alleingang bei.“
Jahre später erschien ihr erstes Studioalbum und verkaufte uns die liebenswürdige Schottin als prima Begleiterin für sonnendurchflutete Nachmittage und beschwingten Hausputz in nicht mehr als einer frühlingshaft bunten Unterhose. „This is the Life“ wirkte beschwingt, luftig und, nun ja, putz-munter.
„A curious Thing“ reflektiert nun die Zeit nach ihrem groß angelegten Angriff auf internationale Playlists, wirkt wie entzaubert von der großen Unbekannten „Musikbusiness“, reflektiert manchmal trotzig zurückgezogen und manchmal mit geballter Faust und gebleckten Zähnen die Erfahrungen mit falschen Freunden und der Überdosis an Glamour. In mancher Sekunde wünscht sich MacDonald gar ihr altes Leben zurück. Die Musik untermalt die Bilder eindrucksvoll, wenn auch sie sich mit ihren ausladenden Streicherarragements und den nun noch kräftigeren, recht monoton angelegten Schlagzeugmustern nach einer handvoll Titeln schon reichlich abnutzt.
Großangelegte Popproduktionen wie „A curious Thing“ haben es nicht einfach authentisch zu wirken. Dass MacDonald es dennoch schafft ihr Geschichten und Gedanken für den Hörer nachvollziehbar darzubieten, muss man ihr hoch anrechnen. Da mag man sogar kurzzeitig darüber hinwegsehen, dass musikalisch hier nicht allzu viel Neues passiert, der alte Sound in ein neues, mit reichlich Strass und modischem Klunker besticktes Korsett gezwängt wurde und auch zwischen den Songs nur manchmal ein Gefühl von bekannter, wohliger Wärme aufkommt.
Mit „A curious Thing“, diesem im Mainstream-Pop doch recht schweren zweiten Album, spielt sich Amy MacDonald allerdings keineswegs ins Abseits, sondern wird uns wohl auch in Zukunft mit ihrer warmen Stimme beglücken – beim nächsten Mal hoffentlich etwas fröhlicher.
Bewertung:
Highlights: No Roots, My only one, Next big thing
Lowlights: Love Love, Give it all up
Tracklist:
1. Don't Tell Me That It's Over
2. Spark
3. No Roots
4. Love Love
5. An Ordinary Life
6. Give It All Up
7. My Only One
8. This Pretty Face
9. Troubled Soul
10. Next Big Thing
11. Your Time Will Come
12. What Happiness Means To Me
Weiteres Material:
Offizielle Webseite: http://www.amymacdonald.co.uk/
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Amy_Macdonald
Mehr davon bei...
![]()
Konzerttickets suchen...






