Pearl Jam, 4.7.2012 in der O2-World, Berlin

(c) Patrcik Richter

Auf den Fluren der O2-World in Berlin wurde an diesem Abend nicht nur Deutsch gesprochen: Italienisch, Spanisch, Englisch, Polnisch war zu hören, hier hatte sich eine internationale Community zusammengefunden, um ihre Band zu feiern.


 

Und nach den vielen grauen Schläfen der männlichen Besucher zu urteilen, musste diese Band schon etwas älter sein. Ein weiteres Indiz dafür waren die Namen auf den Band-Shirts wie etwa New Model Army, Ramones oder D.R.I. Eine Generation schien versammelt, um ihre Jugend und den Soundtrack dieser Zeit zu feiern. Kurz: Männer und Frauen, die in den 70igern geboren wurden, kamen an diesem Abend in Berlin zusammen um Pearl Jam zu hören und abzutauchen in die unbeschwerte Zeit vergangener Tage.

(c) Patrick RichterPearl Jam, ein Name der zeitlose Rockmusik (...oder ist es doch noch Grunge?) auf höchstem Niveau verspricht und mit Songs wie „Even Flow“, „Jeremy“, „Black“, „Alive“ oder dem Neil Young-Cover „Rockin´ in the Free World“, in der Lage ist, ihren Fans eine wohlige Gänsehaut zu bereiten.

Es gibt auf der Welt wohl kein Publikum, welches so textsicher ist wie die Fangemeinde von Pearl Jam: Jedes Lied wurde von tausenden Kehlen intoniert. Die Band aus Seattle musste auch in Berlin nur eine Saite auf der Gitarre anschlagen und schon hörte man von allen Seiten: ‚Oh, sie fangen mit „Long Road“ an!‘ oder ‚“Once“ - wie schön‘. Und das ist das Besondere: Allein die Stimmung auf Pearl Jam-Konzerten ist ein richtiges Happening.

Die Rockgitarre hatten Pearl Jam definitiv mitgebracht: Ein weiterer Höhepunkt war das Ramones-Cover „I Believe In Miracles“, welches zum ersten Mal seit 2007 wieder in Europa gespielt wurde. Danach das unglaublich energiegeladene „Rearviemirror“, welches am Ende des ersten Blocks mit 17 Songs stand. Denn mit den beiden Zugabeparts begann das Konzert praktisch noch mal von Neuem. Ergebnis am Ende: 28 Lieder und weit über zwei Stunden unglaublicher Atmosphäre, die alle einmal mehr staunend über diese Band zurückließ.

Die Setlist an diesem Abend ließ fast keine Wünsche offen. Nur "Sonic Reducer" fehlte und hätte doch so gut nach „Rearviewmirror“ oder „Do The Evolution“ reingepasst. Oder in die unglaublich intensive Songfolge von „Even Flow“, „Daughter“ und „State Of Love And Trust“.

Allein die zweite Zugabe mit den Songs „Jeremy“, „Leash“, „Black“, „Alive“ und „Rockin´ in the Free World“ war unglaublich und alle in der Halle sangen, als gäbe es kein Morgen mehr. Der "Rausschmeißer" Indifference ging dabei fast im Jubel über das soeben Gehörte unter. Eine Generation war gekommen um ihre Band, ihre Jugend und ihren Soundtrack zu feiern. Sie werden wiederkommen und bei Songs wie „Even Flow“, „Alive“ und „Rockin´in the Free World“ sich und allen anderen schwören: Keep on rockin !

Text und Fotos: Patrick Richter

Setlist:
Metamorphosis 2
(Philip Glass song) (intro)
1. Long Road
2. Why Go
3. Given To Fly
4. The Fixer
5. Faithfull
6. Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
7. Got Some
8. Corduroy
9. In My Tree
10. Even Flow
11. Daughter
12. State Of Love And Trust
13. Immortality
14. Lukin
15. Unthought Known
16. I Believe In Miracles
17. Rearviewmirror

Encore:
1. The End
2. Just Breathe
3. Hard To Imagine
4. Once
5. Do The Evolution

Encore 2:
1. Jeremy
2. Leash
3. Black
4. Alive
5. Rockin' in the Free World
6. Indifference

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