
Wenn zwischen Festivalauftritten noch Zeit ist, kann man ja mal einen Abstecher ins Umland machen. Und so beglücken die Australier von Wolfmother ihre Fans in Offenbach und Köln dieser Tage mit zwei schweißtreibenden Gigs. Dass die Shows ja eigentlich nur als Lückenfüller dienen, war in Köln allerdings überhaupt nicht zu spüren – auch neue Songs gab es zu hören.
„Cologne is officially sold out”, machte Frontmann Andrew Stockdale gleich zu Beginn deutlich und dass das nicht nur dem eng stehenden Publikum gefiel, bewies die Band von Minute Eins an. Der große Rockgestus ist den Jungs, die nach ihrem unglaublich grandiosen Debütalbum „Wolfmother“ aus dem Jahr 2005 und dem gleichfalls guten Nachfolger „Cosmic Egg“ (2009) zu den aktuell besten Gitarrenbands gehören, wie auf den Leib geschrieben: Der Ausfallschritt beim Gitarrespielen, das Besteigen der Monitorboxen, das irre Schütteln der Haarpracht, das Streicheln der doppelhalsigen Klampfe...wäre nicht 2012, würden Wolfmother mit Bands aus den glorreichen Siebzigern konkurrieren.
Und wo wir schon retrospektiv unterwegs sind: Man sagt ihnen ja Nähe zu Kombos wie Led Zeppelin oder Black Sabbath nach und warum das so ist, wird live noch viel deutlicher als auf Platte. Es wird nicht vor ellenlangen Instrumentaleinlagen zurückgeschreckt, Feedbacks durchdringen die stickige Luft des E-Werks und psychedelische Klangwirbel sorgen für neue Frisuren beim Publikum.
Natürlich mit von der Partie waren Tracks wie „Woman“, „California Queen“, „New Moon Rising“, „White Unicorn“, „Dimension“ und dem arschtretenden „Joker & the Thief“ – aber auch neue Songs gab es zu hören. „Long Way to go“ etwa, das erstmal einen recht harmlosen Eindruck macht, als ob der Track für’s Radio geschrieben wurde, dann allerdings dem typischen Wolfmother Sound wieder sehr nahe kommt. Kein Überflieger, aber dennoch gute Nummer.
Es gibt nix zu meckern bei einem Wolfmother Auftritt, dafür umso mehr zum Mitsingen. Und schaut man sich nur mal diese Setlist an, wird klar, warum diese Band so unglaublich (beliebt) ist. Da reiht sich ein famoser Song an den nächsten und man darf sich durchaus fragen, warum die Jungs nicht schon jetzt noch größer sind. Wenn Stockdale es diesmal allerdings länger aushält mit seiner Band als noch mit den beiden Gründungsmitgliedern Chris Ross und Myles Heskett (beide jetzt bei Palace of Fire), dann stehen uns bestimmt noch glorreiche Alben ins Haus.
th
Setlist:
Woman
California Queen
Apple Tree
New Moon Rising
White Feather
White Unicorn
Long Way to Go
Love Train
Mind's Eye
Keep Moving
Cosmic Egg
Vagabond
Colossal
Joker & the Thief
Dimension
Of the Earth
In the Castle


07.03.13 | News
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