Dan Mangan, 19.4.12 in Köln im Gebäude 9 (Support: Zeus)

(c) Thomas Henz

Welch eine glückliche Fügung! Da kommt der Folkrock Kanadier Dan Mangan schon mal nach Köln und hat dann auch noch diese wunderbare Retro-Rock-Formation namens Zeus im Gepäck, deren neues Album Kollegin Sabine W. neulich mal sehr gut besprochen hat. Die Kombination aus beidem verspricht – soviel ist sicher – einen tollen Abend.


 

Da kann dann auch der Mann am Mischpult nur schwer einen Strich durch die Rechnung machen. Denn es muss schon ein wenig merkwürdig für all diejenigen gewesen sein, die „Busting Visions“, das zweite Album der ebenfalls aus Kanada stammenden Zeus, noch nicht gehört hatten und dann diesen fiesen Gitarren- und Gesangsbrei in die Ohren geschüttet bekamen. Stimmlich kam da nämlich zwischen all den Instrumenten nur schwer Identifizierbares durch die Boxen und hatte seinen Höhepunkt (Gott sei Dank!) gerade noch zum Schlusstitel des Vorprogramms: „Are you gonna waste my time?“, auf der LP der Opener, hier die Abschlussnummer, schob ähnlich gut wie auf Platte daheim und hinterließ noch einen sehr ordentlichen Eindruck. Schade für die Band, die sich im fast randvollen Gebäude 9 hätte noch ein paar neue Fans erspielen können.

Dan Mangan (c) Thomas Henz

Dan Mangan plagte dann das gleiche Problem – der progressiv anmutende Opener, vorgetragenen mit reichlich Inbrunst und Verrenkung, versank ebenfalls in undefinierbarer Geräuschkulisse und machte damit „Oh Fortune“ zu einem sehnlichst erwarteten, echten Einstieg in das Konzert. Und laut war’s. Ja, man meint gar nicht, welche Wucht diese klassische Bandzusammensetzung auf der kleinen Bühne des Gebäude 9 entwickeln kann, wenn sich der Sound dann nach ein paar Minuten mal eingependelt hat. Verwunderlich ist das nicht, arbeiten sich die Bandkollegen – allen voran der zauselige Prototyp eines Indie-Folk-Bassisten-mit-Holzfällerhemd Colin Cowan – doch reichlich an ihren Instrumenten ab, verbiegen sich und scheuen auch keine Feedbacks.

Zeus (c) Thomas Henz

Dan Mangan hat – das wird an diesem Abend deutlich – einen großen Vorteil, der seine Songs, die nicht immer ganz so mitreißend daher kommen wie etwa „Sold“ oder „Post-War Blues“, enorm aufwertet: Seine raue Stimme und seine freundliche Art mit dem Publikum umzugehen, die man nur erlernen kann, wenn man es gewohnt ist ganz nah am Zuschauer zu spielen. Das tut Dan Mangan dann auch einmal ganz sprichwörtlich und spielt sich so direkt in die Herzen der Angereisten.

Einen weiteren, sehr schönen Konzertbericht findet ihr beim Konzerttagebuch.

th

Setlist:
1. About as helpful as you can be without being any help at all
2. Oh fortune
3. Leaves, trees, forest
4. Sold
5. So I am dead
6. Post-war blues
7. Basket (Dan Mangan solo)
8. Starts with them, ends with us
9. How Darwinian
10. Robots
11. Rows of houses
12. Regarding death and dying
13. Jeopardy

Zugaben:
14. The indie queens are waiting
15. Pine for cedars
16. Fair Verona
17. So much for everyone

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