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Ja, nein, ja, nein, vielleicht…„Sunny side up“ lässt den Hörer etwas ratlos zurück. Denn das zweite Album des sympathischen Italienerschotten mit der Neukurzhaarfrisur steckt wie dieser Satz selbst, voller Gegensätze. Country, Folk, viel viel Pop und selbst unerwarteter Ska werden in diesen 11 Songs durch die Luft gewirbelt und leider an manchen Stellen jäh zu Boden gerissen.
Erst Nutinins unverwechselbar schöne und einzigartige Stimme rettet sein wohl erstes Blind-Date in „ 10/10“ mit dem Ska, um Gott sei dank viele Minuten später mit dem großartigsten Song des Albums „Worried man“ die Liebe seines Lebens zu entdecken.
Mit dem Cowboyhut unter dem Arm und den wohl neu gekauften Boots marschiert das Album über das eher belangslose „Keep rolling“ hin zu „Coming up easy“. Womöglich Paolo Nutinins „Seven Nation Army“, denn ohne eine angebrachte neutrale Haltung komplett außer Acht lassen zu wollen, die letzten 50 Sekunden dieses Songs sind die besten, die Nutini jemals von sich gegeben hat.
 Langsam zieht man den Cowboyhut aus und wundert sich. Von überall her erklingen Dudelsäcke und man wähnt sich schon fast in einem karierten Kilt. „Growing up beside you“ entführt in die Highlands, das weite Grün, Nutinins Heimat Schottland. Nach der Vorabsingle „Candy“, die sich wie erwartet eingängig und anmutig in die Reihe der Top-20 Hits einreiht, entsteht zum ersten mal Langeweile. Es scheint mir für einen Moment als würden mich die Lebensweisheiten eines kaum 25jährigen, für einen Moment, nicht recht berühren zu wollen.
Auch das sentimentale und fast schon etwas sehr schnulzige „No other way“ macht es leicht abzuschweifen. „High hopes“ ändert die Situation nicht und lässt „Sunny side up“ in der Mitte stark durchhängen.
Die aufwendige und doch unerwartete Instrumentalisierung, die an vielen Stellen des Albums mit Mundharmonika, Flöten oder Streichern aufwartet, beeindruckt dennoch. Nutini macht sich hier auf den schwierigen Weg auf zu neuen Ufern und - um angemessene Bildsprache zu bedienen - man kann das Land deutlich sehen. Die letzen beiden Songs und speziell das wunderschöne „Chamber Music“ zeigen Nutinins Können in voller Pracht und Schönheit. Jenes verletzliche und naive was nun in seiner Stimme liegt, beschwört eine Stimmung herauf, wie es nur wenige Songwriter schaffen.
Das angesprochene „Worried Man“ beendet ein Album, das auf eine irre Weltreise mitnimmt, Cowboyhut mit schottischem Kilt verbindet und zeitweise in den hellsten Farben strahlt. Nutinins Stimme ist wie gewohnt großartig und hilft über einige, durchaus vorhandene, schwächere Songs gekonnt hinweg.
Stefan Sommer
Bewertung:  Highlights: Worried Man, Coming up easy, Chamber Music Lowlights: Candy, No other way
Tracklist: 1. 10 /10 2. Coming up easy 3. Growing up beside you 4. Candy 5. Tricks of the trade 6. Pencil full of lead 7. No other way 8. High Hopes 9. Chamber Music 10. Simple Things 11. Worried Man 12. Keep Rolling
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.paolonutini.com Myspace: http://www.myspace.com/paolonutini
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