 „Der Außenseiter, der Papagei, der Wahn" – das ist kein normales Album. Es ist vielmehr eine musikalische Botschaft an die Zukunft, inspiriert von Salman Rushdies Essays "Letter to the 6 billionth person". Passenderweise stellt das Artwork des Albums einen Brief dar, dessen symbolträchtige Briefmarken sich als "Stamp Of Origin" in der Tracklist wieder finden und sich als kurze Zwischenstücke zwischen den eigentlichen zehn Songs und vier Instrumentals in das Gesamtkonzept des Albums einfügen.
Die Frage, die sich wohl die meisten Fans seit Bekanntwerden der Veröffentlichung des neuen Albums stellten: „Werden Dredg ihren auf "Catch Without Arms" durchaus poppigeren Weg weitergehen oder sich doch wieder mehr den progressiveren Sounds früherer Zeiten a la “El Cielo“ widmen?“. Ein wenig von beidem, müsste die korrekte Antwort lauten. "The Pariah, The Parrot, The Delusion" ist ein Album, auf dem sich Pop und Prog die Hand reichen, auf dem es sowohl eingängige Radio-Songs als auch komplizierte, nicht immer ganz einfache Soundcollagen zu hören gibt.
Mit der aktuellen Single Auskopplung „Information“ aber auch Songs wie „Ireland“ sind Dredg in der ersten Liga des Mainstream Rock angekommen. Auch "Lightswitch" und "I don´t know“ sind nach demselben Muster gestrickt und das ist auch das eigentliche Problem von "The Pariah, The Parrot, The Delusion". Selbst die so anspruchsvollen Rhythmus-Figuren von Dino Campenella und Drew Roulette, die großartigen Gitarrenmelodien von Mark Engels und der ausdrucksstarke Gesang von Gavin Hayes täuschen nicht darüber hinweg, dass es den meisten Songs an früher gewohnter Raffinesse fehlt. Dredg kann man sich im Jahr 2009 bestens als Support für Bands wie U2 vorstellen.
 Fans der ersten Stunde dürften sich jedoch über die instrumentalen Parts wie „Down To The Cellar“ oder „Drunk Slide“ freuen, denn in diesen Momenten weiß die Band am Meisten zu überraschen. Mit dem kurzen, aber mitreißenden „Long Days And Vague Clues“ ist ein Instrumental auch das eigentliche Highlight der Platte. Die Produktion ist soundtechnisch äußerst glanzvoll und voll von originellen Details, so dass das Album seine Wirkung am besten beim Hören mit Kopfhörern entfaltet.
Dredg setzen auf "The Pariah, The Parrot, The Delusion" ihren Weg der konsequenten Weiterentwicklung mit jedem neuen Album fort. Inwiefern Fans älterer Tage diesen Weg mitgehen werden, wird sich jedoch erst in den folgenden Monaten zeigen. Eine größere Masse als bei ihren bisherigen Alben werden Dredg mit "The Pariah, The Parrot, The Delusion" auf jeden Fall erreichen.
Stefan Lohse
Bewertung: Highlights: Pariah, R U OK?, Long days and Vague clues, Quotes Lowlights: Mourning this Morning, Gathering Pebbles
Tracklist: 1. Pariah 2. Drunk Slide 3. Ireland 4. Stamp Of Origin - Pessimistic 5. Lightswitch 6. Gathering Pebbles 7. Information 8. tamp Of Origin - Ocean Meets Bay 9. Saviour 10. R U OK? 11. I Don't Know 12. Mourning This Morning 13. Stamp Of Origin - Take A Look Around 14. Long Days And Vague Clues 15. Cartoon Showroom 16. Quotes 17. Down To The Cellar 18. Stamp Of The Origin – Horizon
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.dredg.de Myspace: http://www.myspace.com/dredg Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Dredg
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