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Stellt euch vor ihr steht morgens auf und stellt fest, dass draußen bei 20 Grad die Sonne scheint - dumm nur, dass ihr zur Arbeit müsst. Ihr macht euch einen Kaffee, stopft euch eine schnell geröstete Scheibe Toast in den Mund und schließt hinter euch die Tür. MP3-Player ins Ohr, „Virginia Jetzt“ in die Playlist und die Lautstärke ein wenig höher gedreht. Und als ihr mit dem Fahrstuhl in die Tiefebene der U-Bahn fahren wollt, fährt der Aufzug plötzlich in die andere Richtung, sprich nach oben…
“Land Unter“ ist wie ein gläserner Fahrstuhl, in den man einsteigt, um eine Stunde lang über den Dächern der Großstadt zu schweben und einfach mal hinunterzusehen auf all die zwischen den Straßen herumwuselnden Menschen mit ihren Problemen. Man erkennt sich selbst wieder, man schmunzelt, träumt, denkt nach über sich und die anderen und genießt zwischendrin, als ob nichts wär’ und obwohl eigentlich eher düstere Szenarien gebaut werden, die Sonne.
 So ist „Virginia Jetzt“ 2007 - der Name der Band entstand übrigens angeblich aufgrund einer Bekanntschaft von Pianist Thomas Dörschel, der nach Gründung der Band ein Mädchen namens Virgina kennenlernte und sie zu einem Auftritt der frisch gebackenen Band einlud. Damit das Mädel sich auf dem Weg zum Auftritt nicht verlaufen konnte, wurden Schilder mit Richtungspfeilen und der Aufschrift „Virginia jetzt abbiegen!“ gebastelt.
„Land Unter“ ist gemütlich und gespenstisch - bietet musikalisch allerdings keine großen Überraschungen. Solide Gitarrenmusik in verschiedenen Tempi, wie man sie auch von dutzenden anderen deutschen Newcomer-Bands kennt. Doch die 4 Brandenburger schaffen es, sich durch teilweise abwechslungsreiche Arrangements und Texte zum Nachdenken von der breiten Masse der neuen Deutschrocker zu unterscheiden. Vielleicht sind sie gerade deshalb nicht so erfolgreich wie etwa Silbermond, Juli oder Wir sind Helden. Bitte nicht falsch verstehen, die genannten Bands sind alle vollkommen zu Recht weit oben in den Herzen der Hörer, doch bieten Virginia Jetzt ein wenig mehr Tiefgang, der in der Regel eben nicht ganz so erfolgreich ist.
 Was dem Album am Ende fehlt, sind einfach richtige Ohrwürmer. Man mag die Songs, man summt sie mit, vielleicht singt man den ein oder anderen Song auch unter der Dusche. Doch den richtigen Hit bleiben Virginia Jetzt schuldig. Und so gefällt das Album zwar ganz gut und wird mit Sicherheit auch noch die ein oder andere Rotation im CD Player erleben – wäre hier doch nochmal etwas für einen ganzen Sommer dabei...
Bewertung:  Laufzeit: ca. 43min Website: http://www.virginia-jetzt.de/ Highlights: Land Unter, Weit weg, Von einer besseren Welt Lowlights: Singen und singen, Mehr als das
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