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Da es in Dänemark ja auch etwas kühler ist und das Wetter wohl auch vom rauen Nordwind beeinflusst wird, könnte es sein, dass auf dänischem Musikrasen Ähnliches wächst wie auf britischem. So klingen die Smörrebröd-Newcomer von Lily Electric verdächtig nach Brit-Pop und Oasis - eine mal fade und mal gar gelangweilte Stimme mit einer halben Oktave Ambitus. Während Oasis sich allerdings an monumentale Hymnen halten, muss erst einmal durchleuchtet werden, was Lily Electric da tun.
Eigentlich gibt es die vier von Lily Electric, die so klingende Namen besitzen wie Bjarke, Morten und Rasmus, schon seit 2005. Aber erst jetzt versuchen sie auch Deutschland und den Rest der Welt zu erobern und herauszufinden, ob dänischer Geschmack allgemeingültig ist. Über das dänische Essen lässt sich ja streiten aber zumindest klingen Lily Electric nicht nach der in Dänemark sehr angesagten roten Grütze. Bjarke Porsmose (Sänger), Tobias Mynborg (Gitarre), Morten Dybal (Bass) und Rasmus Valldorf (Schlagzeug) fabrizieren eine Art Indie-Brit Pop, der zwar recht gefällig daher kommt, in letzter Konsequenz allerdings die Nachhaltigkeit vermissen lässt.
 Instrumental straighte Drums, unexperimenteller Bass und beißende Gitarrenschläge par excellence - doch leider ist das nicht ausreichend, damit dem Hörer die Lilys lange im Ohr haften bleiben. Die Songs sind gut, doch oft nach demselben Muster gestrickt, sodass das „gut“ schnell auch „eintönig“ werden kann.
Richtig gefallen kann der Track „Don’t change the Suite when it’s you“, der sich gegenüber allen anderen Titeln wie der heilige Gral strahlend und glänzend hervorhebt. Hier sei noch einmal der Vergleich mit Oasis bemüht, denn dieser Song besitzt als einziger eine Art Hymnencharakter mit einprogrammiertem Sehnsuchtsreflex. Der Refrain erfährt hier, im Gegensatz zu den anderen dahinplätschernden Songs, eine steigernde Wirkung mit mitreißendem Charakter. Zwar würde man auch hier nicht spontan die Tanzfläche stürmen, aber im Vergleich zu den Vorgängern ist hier mal richtig Pep drin. Man möchte fast sagen ein heißer Kandidat für einen heißen Sommerhit!
„No Art worth the Look of you“ wollte zu Anfang eine ähnliche Wirkung erzielen, schafft es aber nicht, bis zum Songende durchzuhalten. Die Platte hat mit Nummer Drei den Höhepunkt erreicht und ihn danach wieder verlassen - und das bei zwölf Titeln! Eine sehr geringe Ausbeute.
Im Ganzen gesehen erinnert „You`re in the Painting you saw“ einfach zu sehr an den abgelegten Oasis-Rattenschwanz, also eben nicht an die so erfolgreichen Hymnen, sondern alle anderen unbekannten und zu Recht nicht über alle Maßen erfolgreichen Songs. Da aber Lily Electric gute Musiker sind und die Dänen sie mit so großer Hoffnung auf den internationalen Musikmarkt schmeißen, könnte der Wille vielleicht hier Berge versetzen. Einen kleinen Ruck hat man durch die nachfolgend gelisteten Highlights schon vernommen.
Nadine Lorenz
Bewertung: Highlights: Don’t change the suite when it’s you, Naughty girl, You´re in the painting you saw Lowlights: Blasted, Love travels far
Tracklist: 1. You're In The Painting You Saw 2. Do You Miss Your Feathers 3. Don't Change The Suit When It's You 4. No Art Worth The Look Of You 5. Churchbells 6. In Your Room 7. Now I See You Nowhere 8. Do You Bear The Truth In Your Silver Hands 9. Blasted 10. Love Travels Far 11. Naughty Girl 12. Malink
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.lilyelectric.com Myspace: http://www.myspace.com/lilyelectric
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