Rettet die Huskies! Die Finnen Marko Nyberg, Miika Colliander, Ville Riipa, Anssi Sopanen und deren Sängerin Reeta-Leena Korhola firmieren seit 2002 unter dem flauschigen Namen Husky Rescue, bereiten nicht zuletzt durch die zauberhafte Stimme der Frontfrau eine feine Mischung aus Folk, Electropop und Rock mit wunderbaren Melodien zu und zaubern mit ihrer dritten Studio-LP "Ship of Light" den finnischen Nachthimmel auf den Silberling.
Ghost of Tom Joad, Köln am 14.3.2009 (mit Beeline)
23.03.2009
Eigentlich fanden wir Ghost of Tom Joad schon immer scheiße. Sie schwitzen und der Sänger hat einen Schnurrbart. Das müssen wir jetzt sagen, denn man hat es uns aufgetragen. Das Publikum war da anderer Meinung am 14.3. in Köln im nur spärlich beleuchteten Gebäude 9.
Zum neunten Mal spielten die Münsteraner nun in der urigen Metropole am Rhein auf. Das zumindest behauptete Sänger Henrik und zeigte sich frisch genesen von einer Grippe in bester Laune. Doch bevor nicht nur die Musik der Band, sondern auch die Pointen des Frontmannes gnadenlos auf das Publikum hernieder prasselten, durfte eine unscheinbare Vorband namens „Beeline“ auf sich aufmerksam machen. Und die Chance nutzten sie ganz famos.
Man ist versucht die fünf Jungs als unsägliche Schulband abzustempeln, wenn sie mit nicht allzu ausschweifenden Gesten die Bühne betreten und damit beginnen ihren Lo Fi Artpop in manch psychedelischen Spiralen abzufeuern. Doch, oh Zuhörer, sei dir gewiss, nach 3 Songs hängt die Kinnlade ob des Einfallsreichtums dieser Band einen Zentimeter tiefer. Natürlich ist das alles nicht technisch perfekt (vor allem gesanglich gibt es hier noch Defizite), aber wenn Beeline diesen Weg weiter gehen, werden sie sich in viele Gehörgänge spielen. Unbedingt anspielen: Table Tennis, Welcome back heart attack, Florid beats…! Kann die jemand mal professionell aufnehmen? Und dann haben wir es ja schon immer gesagt!
Aber warum waren wir noch mal gekommen? Ach ja – Ghost of Tom Joad, benannt nach einem Song ihres Idols Bruce Springsteen, auch wenn der Wave-Punk-Rock-Pop-Mixer der drei Münsteraner nicht viel mehr mit dem „Boss“ zu tun hat als Schwaben mit Bayern. Letztere Erkenntnis zumindest mussten die auf einer ausgedehnten Tour befindlichen Bandmitglieder in eben jenem südlichsten unserer Bundesländer gewinnen – verplappert! Und wenn schon, die Pointen saßen („Bock auf Wochenende? Geil!“ – haha [Anm. d. Red.]).
Aber wenigstens reden sie noch mit den Gästen – das kann man ja auch nicht von jeder Band behaupten und wenn man vor einiger Zeit noch bei Oasis zu Gast war und sich hier so gar nicht willkommen fühlen durfte, dann tut es gut als Zuhörer doch einmal beachtet zu werden. Und dankbar zeigten sich GoTJ auch mit ihrer Set List, die so ziemlich alles darbot, was man sich als Fan wünschen konnte - bis hin zu zwei Zugaben und „Köln-Brüssel-Paris“.
Das Publikum ging artig mit und schubste sich auch mal textsicher durch die Gegend, während der Frontmann sich gut gelaunt am Mikro betätigte. Letztlich war es für beide Seiten eine klassische Win-Win-Situation und das Jubiläum zum 10. Konzert in Köln dürfte nicht lange auf sich warten lassen.