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Eine Band mit halbwegs schrägem Outfit, die extrem tanzbare Musik – in diesem Fall hemmungslosen Elektro-Pop - macht, interessante bis provokative Texte (oder auch beides gleichzeitig) von sich gibt, in denen auch mal schlimme Wörter vorkommen und die von sich behauptet die überfällige alternative Energiequelle zu sein kann ja nur aus Berlin kommen. Wer Großstadtgeflüster bisher gar nicht kannte, kennt sie mit ihrem Titel „Ich muss gar nix“ und liest jetzt sowieso weiter – alle anderen besser auch.
Mittlerweile ist das Großstadtgeflüster dreiköpfig und besteht aus Sängerin Jen Bender, dem Mann an den Reglern Raphael Schalz und Schlagzeuger Chriz Falk. Mit ihrem Dancehall-Überhit „Ich muss gar nix“, der 2006 auf dem Album „Muss laut sein“ eine tragende Rolle einnahm und seitdem in jedem dritten Club regelmäßig rotiert, hat sich die Kombo bereits ins Unterbewusstsein des dem Tanz zugewandten Teils der Nation gespielt. Und wer sich die Mühe gemacht hatte ein wenig zu recherchieren und dann die komplette LP durch seine Gehörgänge gepustet hat, der hat Großstadtgeflüster auch mir nichts dir nichts lieb gewonnen.
„Bis einer heult!!!“ ist als Nachfolger bereits 2008 erschienen und vom Mix bis hin zum Artwork in Eigenregie entstanden. Und im Grunde ist alles beim Alten geblieben, lediglich die kleinen Geschichten, die GSGF auf ihrem Debüt zu erzählen und in feinen Ohrwürmern zu verpacken wussten, sind oftmals der Repetition von Gesangslinien gewichen.
 Während der Erstling noch durchzogen war von Ohrwürmern, die gerade wegen der eingängigen Arrangements so nachhaltig wirkten, sind die Tracks auf „Bis einer heult!!!“ nicht mehr so zugänglich aber auch - und das geht ja oft Hand in Hand - musikalisch anspruchsvoller und wesentlich hypnotischer geworden. Gerade Letzteres bedeutet den gravierenden Unterschied zu „Muss laut sein“ und nur Titel wie „Haufenweise Scheiße“ schicken sich an den Übersong der ersten LP herauszufordern – dennoch unnötig.
Echte Ohrwürmer sind seltener gestreut aber wenn sie wie in „Kümmer dich“, „Los Dicker tanz“ oder „Lebenslauf“ gelingen (und das sind ja auch schon drei Stück!), dann wird man sie so schnell nicht mehr los. Gerade letzterer Song, der am 27. März als Single erscheint (längst überfällig!) , kommt als derart energetisches und aufforderndes Jump n’ Run auf Dope daher, dass es einem schwindelig werden kann.
Wie erwähnt ist „Bis einer heult!!!“ musikalisch interessanter geworden. Das mag nicht zuletzt den vielen Einflüssen liegen, die GSGF diesmal zugelassen haben. Es gibt nicht wenige Stellen, an denen man sich in der Tat an Deichkind, Wir sind Helden, Mia. oder auch Rockmusik im Allgemeinen erinnert fühlt – tut der Scheibe nur gut. Und „Lass deine Blätter fallen“ könnte sogar einer der Tracks sein, die der hoffnungslos im Loungemittelmaß abgesoffenen „Cafe del Mar“-Reihe zu neuem Glanz verhelfen könnte.
Wer GSGF einmal live erleben und danach nie mehr aus dem Kopf bekommen will, kann sich an folgenden Terminen einer persönlichen Katharsis unterziehen:
Tourdaten: 11.02.2009 Münster - Amp 07.03.2009 Trautmannsdorf - Trauteum 21.03.2009 Bremen - BLG Forum 11.04.2009 Neumarkt - Wurmfestival
Thomas Henz
Bewertung: Highlights: Lebenslauf, PunkrockHighway, Los Dicker tanz, Rock ‚n’ Roll Sexappeal, Komm zu Mama, Lass deine Blätter fallen Lowlights: Ein guter Tag zum Weinen
Tracklist: 1. Kuemmer dich 2. Komm schon 3. Lebenslauf 4. Du meckerst immer 5. Los Dicker tanz 6. Die Stille 7. Haufenweise Scheiße 8. IchBinHuiDuBistBuhDuBistSchubiIchBinDu 9. Pimmel und Erde 10. Ein guter Tag zum Weinen 11. Mach halt irgendwas 12. Overdressed & Underfucked 13. Rock ‘n’ Roll Sexappeal 14. Komm zu Mama 15. PunkRockHighway 16. Lass deine Blätter fallen
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.gsgf.de Myspace: http://www.myspace.com/grossstadtgefluester
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