 Heavy Metal Urgesteine gibt es viele. Es gibt diejenigen, die sich – wenn auch fast im Rollstuhl – noch immer auf Bühnen tollen, diejenigen, die immer mal ein neues Album herausbringen und sonst nicht mehr viel Wirbel erzeugen. Und es gibt diejenigen, denen nie eine große Karriere beschert wurde, die aber dennoch nie aufgehört haben in verschiedenster Form Musik zu machen. Balance ist so eine Band und irgendwie ist es schade, dass nie mehr aus ihnen wurde und wohl auch nicht mehr werden wird.
Ende der 70er entstand Balance in New York. Gegründet von talentierten Musikern, darunter Sänger Peppy Castro, Keyboarder Doug Ktsaros und Gitarrist Bob Kulick, der damals bereits für KISS und Meat Loaf gespielt hatte, ging die Band schnell auf einen Deal mit Portrait Records ein und veröffentlichte 1981 ihr Debüt. Schnell wurden sie auf einer Stufe mit Toto, Survivor oder Journey gehandelt und festigten ihren Melodic Rock mit dem 1982 erschienenen und sehr gepriesenen Album „In for the count“.
Doch dass das Schicksal einem manchmal übel mitspielen kann, mussten Balance erfahren, als das Label es nicht fertig brachte ihre Musik anständig unters Volk zu bringen oder auch nur ansatzweise vernünftig zu promoten. Und so blieb „In for the count“ unbeachtet und besiegelte gleichzeitig das Ende der Band. Dass die Jungs es drauf hatten, bewiesen alle folgenden Karrieren. Kulick spielte weiter mit KISS und Meat Loaf und wurde gefeierter Produzent. Katsaros arrangierte und Sang ebenfalls für KISS, Rod Steward, Cher, Bon Jovi, Sinead O’Connor und Aerosmith. Peppy sang unter anderem für Diana Ross und Michael Bolton.
 Viel ist seitdem passiert. Einige Male traf man sich in der Zwischenzeit, um gemeinsam zu musizieren, doch die Zeit für eine neue Balance Platte fand man nie. Bis das Label Frontier Records anklopfte und nach der Wiederveröffentlichung von „In for the count“ anbot eine neue Platte zu unterstützen.
Und so setzte man sich zusammen mit Schlagzeuger Bret Chassen ins Studio und nahm für alle Fans und vor allem für sich selbst “Equilibrium” auf. Dabei legte man sehr viel Wert darauf alles wie damals in den 80ern klingen zu lassen. “All the guitars, vocals, synths and mix sounds are based on the original two records”, explains Katsaros, “we took great care in making certain there was nothing that could not have been performed in the 1980s, even the sequences.”
Und was am Ende herausgekommen ist, definiert Rockmusik weder neu noch wird es irgendwelche Charts erklimmen. Was es allerdings abliefert, ist grundsolide, höchstmelodische Rockmusik, versetzt mit haushohen Gitarrenwänden, gepaart mit einer ordentlichen Portion Synthesizern – und alles im Geiste der klassischen Rockmusik der 80er. Manchmal mag man wie im äußerst groovigen „What have you done“ sogar progressive Elemente erkennen.
 Zusammen mit „Winner takes it all“ bildet der Song die Speerspitze des Albums und tritt breit gegen etwas schwächere aber verschmerzbare Nummern wie „Old friend“ oder „Who you gonna love“ auf. Letzteres kann sich kaum zwischen gefälliger Popmusik mit Gitarreneinschlag und Blues entscheiden und tingelt angestrengt zwischen 2 Welten. Eine Reise, die man als Hörer ungern mitgehen möchte.
Am Ende allerdings ist der Trip zurück in die Zeit eine sehr unterhaltsame Sache und auch wenn Balance mit „Equilibrium“ kein Druchbruch gelingen wird, so melden sie sich wohlfeil zurück und zeigen noch einmal, was sie drauf haben.
Bewertung: Highlights: What have you done, Winner takes all, Liar Lowlights: Old friend, Where the Rainbow ends
VÖ 20.2.
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://en.wikipedia.org/wiki/Balance_(band)
Tracklist: 1. Twist Of Fate 2. Breathe 3. Old Friends 4. What Have You Done 5. Winner Takes All 6. Crazy Little Suzie 7. Liar 8. Walk Away 9. Who You Gonna Love 10. Forever 11. Where the Rainbows End
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