 Wem über Weihnachten die Ohren noch nicht vom Bimmeln der Kirchenglocken zum Rauschen gebracht wurden, der hatte kurz nach dem Fest der Liebe die Möglichkeit, sich im Colos-Saal in Aschaffenburg von Airbourne, den Hardrock-Überfliegern des Jahres 2008, das Ohrenschmalz aus den Lauschern pusten zu lassen. Voller, lauter und mehr Rock ´n Roll ist nicht drin.
Die 4 Australier hatten das Weihnachtsfest dann auch komplett in Deutschland verbracht und spielten hier nicht nur ihre eigenen Gigs, sondern etwa auch als Vorband der Toten Hosen auf deren aktuellen „Machmalauter“ Tour. Und welch ein Kontrast muss das gewesen sein, erst auf der Bühne der Frankfurter Festhalle zu stehen und kurz darauf das Colos-Saal in Aschaffenburg zu bespielen. Gerade mal etwa 500 Leute dürften dort hinein passen, doch war es derart überfüllt, dass einem sehr, sehr kuscheligen Abend mit lauten E-Gitarren nichts mehr im Wege stehen sollte.
Und laut war es ohne Zweifel. Zunächst als die Vorgruppe The Chucks (www.chucks-online.de), eine Nachwuchsband aus Ludwigshafen, die auch auf dem diesjährigen Rock of Ages spielen wird, in die Saiten griff und das freundlich gestimmte Publikum mit etwas moderneren Klängen auf den Hauptact einstimmte. Zwar kam gerade ein Mötley Crüe Cover hier am besten an, doch durften die Jungs sogar ein wenig länger spielen als geplant, bevor Airbourne dann zum Top Gun Soundtrack auf die Bühne kamen.
 Was danach folgte, waren gut 75 Minuten purer Rock ´n Roll in kuscheliger Clubatmosphäre. Airbourne fackelten fast ihr komplettes aktuelles Album ab und spielten zudem noch "When the girl gets hot" von der 2004 erschienenen „Ready to Rock“ EP - ein Blick auf die Setlist in unserer Galerie unten ist bestimmt für einen Lacher gut. Da wird „Fat City“ mal eben zu „Flat Kitty“ und „Girls in Black“ wird zu „Girls on Mars“.
Vom ersten bis zum letzten Song befolgten die 4 Jungs aus Down Under dann auch alle Regeln des ungeschriebenen Handbuchs für Rock ´n Roll Auftritte. Besonders Sänger Joel ließ es sich nicht nehmen, diverse Male zum „best whisky in the world“ oder zu original australischem Dosenbier zu greifen und jenes so lange gegen die Birne zu kloppen, bis das Weißblech nachgab und sich der Gerstensaft über Frontmann und vorderes Publikum ergoß.
 Zur besonderen Belustigung des Publikums stieg der gute Mann dann bei „Girls in Black“ über den Fotograben hinab in die Menge und bahnte sich unter den panischen Augen der Sicherheitsleute seinen Weg in den rückwärtigen Teil des Saales, um dort auf einer Erhöhung sein Gitarrensolo anzustimmen. Auf dem Rückweg ließ es sich O’Keeffe (dessen Bruder übrigens Drummer Ryan ist) nicht nehmen, noch einmal an der Theke vorbei zu schauen und sich selbst ein Pils zu zapfen, das er dann mit auf die Bühne nahm – Entertainment pur, das nicht nur gut ankam, sondern auch sehr authentisch wirkte.
Airbourne darf man mit ihrem klassischen, aber doch frischen Sound und ihrer unverbrauchten Art nicht zu Unrecht als Hardrock Newcomer des Jahres bezeichnen. Und wer sich eine Show der 4 Australier anschaut, der sollte das – wenn möglich - in einem kleinen Club tun. Zwar gehen die Songs auch in größerem Rahmen direkt nach vorn (so wie dieses Jahr in Wacken, wo sich bereits am frühen Nachmittag ein beachtliches Publikum zum Airbourne-Gig sammelte), doch meint man erst zu verstehen, was die Jungs antreibt, wenn der Schweiß O’Keeffes zusammen mit einem Bierschauer von der Decke tropft.
Mehr Fotos findet ihr hier: http://www.flickr.com/photos/valvemagazine/
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.airbournerock.com Myspace: http://www.myspace.com/airbourne Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Airbourne_(Band)
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