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Nahe dran ist er ja, der junge Mann aus Limoges. Aber wo Depeche Mode und Wolfsheim vor 20 Jahren noch mal mehr oder weniger erfolgreich versuchten, Synthpop mit allerlei Gesang und Spielereien aufzuhübschen, setzt Drownsoda sehr bemüht an, die trivialen Leistungen des klanglich verwerflichsten, doch auch sehr charakteristischen Instrumentes zu verhängen.
Während Julien Agot jahrelang seine Stunden am Schlagzeug verbrachte, gewann der Drang etwas Eigenes in Kombination mit elektronischer Musik zu schaffen immer mehr an Priorität. Die musikalische Inspiration holte sich der junge Franzose bei Größen wie New Order oder anderen 80er und 90er-Chartstürmern.
„Holograms“ merkt man den Fauxpas mit den Synthesizern nicht sofort an und glatt könnte dieser Song auch in der TV- und Werbeindustrie diversen Automarken zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Doch schon bei den ersten Tönen von „Lost in Nothing Hill“ überschlagen sich die schlimmsten Erinnerungen an damalige Stunden vor dem Radio, als die Pet Shop Boys noch auf Dauerrotation liefen.
 Natürlich ist Drownsoda immer bestrebt, unter anderem tanzbare Abwechslung in diesen Lapsus voller computergelenkter Frickelarbeit zu bringen. Mitunter gelingt ihm das sogar, allerdings überwiegt in diesem Pott von vibrierenden Newest New Wave-Stücken die bekümmerte Gesangsweise, die alles etwas in die nihilistische Dancefloorecke drückt und dann eher doch nicht zum Tanzen einlädt. Es ist so: Stellt man sich die heutigen seitengescheitelten Röhrenjeansträger Anfang 20 an einem Abend mit elektronischer Tanzmusik vor, bleibt der gut gestylte Hipster lieber mit dem Bierchen in der Ecke stehen, als sich hierzu auf die Tanzfläche zu werfen. Wer es schafft, darf dazu natürlich gern tanzen! Ansonsten reicht mit dem Fuß wippen schon aus. Das wirkt dann noch halbwegs cool und souverän.
Drownsoda ist Musik, die zum Abhängen einlädt. Auch mit „Playing With Fire In A Cold Winter’s Night“ ändert sich die unfreiwillige Discoeckenfixiertheit kaum. Wieder erhallen knapp an der Unerträglichkeit vorbeischlitternde Synthesizer, gemixt mit Melodien von der Sorte „Belanglos“ und gerade von Songs wie „Roads and Ocean“ möchte man heutzutage lieber verschont bleiben, denn was damals gehypt wurde ist heute ein alter Hut und sollte eher ad acta gelegt werden. Stimmlich allerdings bietet Drownsoda dafür recht solide Leistungen.
Ein bisschen Indie darf sich diese EP aus dem Hause „Auf die Plätze“ übrigens doch nennen, denn erstens sind die 80er und 90er Jahre längst vorbei, zweitens sieht Julien Agot selber nicht aus wie 42 und drittens ist mit „Casual Situation“ die Quälerei um das Thema, alten Kram wiederzubeleben auch kurz vergessen. Nett verpackt in astreine Beats und tadellose Melodien schätzt man diese EP ein kurzes zweites Mal wert.
„Playing With Fire“ hat bei seinem Spiel mit dem Feuer stets den nichtbrennbaren Anzug übergezogen - Potential ist vorhanden, die Finger verbrennt man sich daran aber nicht.
Verfasst von Julia Fischer
Bewertung: Highlights: Holograms Lowlights: Lost in Nothing Hill, Roads And Ocean
Tracklist: 1. Holograms 2. Lost in Nothing Hill 3. Playing With Fire On A Cold Winter`s Night 4. Casual Situation 5. Roads And Ocean
Weiteres Material: Webseite: http://www.myspace.com/drownsodaband
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