 Wenn die Metal-Queen ruft, kommen sie alle. Und am 13.12. rief sie dann anlässlich ihres 25-jährigen Bühnenjubiläums im ISS Dome zu Düsseldorf zum großen Geburtstagskonzert. Gut 8000 bis 9000 Zuschauer, 4 Vorbands, zahlreiche Gaststars, eine sichtlich gut gelaunte Doro Pesch und eine Reunion für 45 Minuten – wir waren eingeladen und haben mitgefeiert.
Die Halle füllte sich nur langsam, als sich die Pforten zum Innenraum des ISS Domes etwas nach 16 Uhr öffneten. Eine Stunde noch sollte es dauern, bis die erste Vorband, namentlich Holy Moses, die Thrash-Urgesteine aus dem nahe gelegenen Aachen, ihre Geburtstagsgrüße an die im Backstagebereich wartende Doro Pesch herausgröhlte. Diese hatte sich den ganzen Tag über unerreichbar für Interviews verschanzt, um ihre Stimme für den großen Auftritt zu schonen – denn den Fans sollte eine Doro in Bestform geboten werden.
Nach nicht einmal einer halben Stunde war der erste Auftritt mit gar nicht mal so gutem Sound abgehakt und kurze Zeit später vermochten Leaves’ Eyes, die deutsch-norwegische Mischung aus Nightwish und Within Temptation, das noch etwas lahme und mit der Eröffnung durch Holy Moses etwas überforderte Publikum ein wenig mehr aufzutauen und auch mal unaufgefordert zum Klatschen zu animieren. Wer mit den Vorbands allerdings gar nichts anfangen konnte, hatte außerhalb des Innenraums immerhin die Möglichkeit über einen schnell zusammengeschusterten Metal Markt zu schlendern und den einen oder anderen Euro in teilweise erstaunlich enge Korsagen oder mehrheitlich dunkel gehaltene Merchandiseartikel zu investieren.
 Mittlerweile sollte es dann auch nur noch gut eine Stunde bis zum heiß ersehnten Auftritt der deutschen Metal-Queen dauern, sodass der kurze aber doch sehr pointierte Auftritt von Arch Enemy kaum mehr ins Gewicht fiel und die Zuschauer, die im Grunde jede Altersklasse bedienten (was auch Arch Enemy hinsichtlich ins Leere laufender Anfragen doch mal einen Moshpit aufzusetzen bemerkt haben sollten), langsam aber sicher unruhiger wurden – gerade dann, als es dann doch gut 20 Minuten länger dauern sollte, bis endlich die Ex-Dauerweltmeisterin im Boxen Regina Halmich den Schauplatz betrat und ihre langjährige Freundin Doro Pesch in die Halle rief.
Und als der schwarze Vorhang dann schließlich fiel, blickten gut 9000 Augenpaare auf eine mit ordentlich Pathos belegte Bühne - Ein zerfallenes Burggemäuer, flackernde Kerzen und die riesigen Hände eines immer mal wieder auftauchenden Papp-Warlocks ließen keinen Zweifel übrig: Hier wird heute geklotzt und rein gar nicht gekleckert.
 Doro nahm sich dann auch gut drei Stunden Zeit, um einen wirklich kompletten Querschnitt ihrer bisherigen musikalischen Laufbahn zu präsentieren – und das nicht alleine. Eingeladen war eine ganze Schar an Freunden und Bekannten, allen voran die Scorpions-Mitglieder Klaus Meine und Rudolf Schenker, die das erste Mal mit der gebürtigen Düsseldorferin auf der Bühne standen und dann direkt die Kracher „Big City Lights“ und „Rock you like a Hurricane“ raus hauten – unter den vielen Höhepunkten des Abends definitiv einer der bemerkenswertesten.
Und arm an memorablen Auftritten war das Konzert weiß Gott nicht. Es hüpften die Cheerleader von Düsseldorf Rhein Fire über die Bühne, es gaben Girl School ihr Stelldichein, Tarja Turunen ließ es sich nicht nehmen mit ihrer Duettpartnerin das etwas zähe „Walking with Angels“ zu trällern. Chris Boltendahl von Grave Digger und Axel Rudi Pell gaben sich gar gleichzeitig die Ehre und Warrel Dane von Nevermore performte zusammen mit Doro „True as Steel“.
 Und gegen Ende wartete dann ein weiteres oder besser gesagt „das“ Highlight auf die gut gelaunten Mengen: Warlock spielten in fast kompletter Urbesetzung ein gut gemischtes Set ihrer Hits und ließen das lang erwartete „All we are“ natürlich auch nicht aus.
Einziger Wermutstropfen des Abends waren die teils etwas überforderten Security-Mitarbeiter, die mit einigen unentspannten Zeitgenossen, die aufgrund eines Buchungsfehlers ihre Sitzplatzreservierung aufgeben mussten, nicht wirklich gut interagierten und kaum Toleranz zeigten. Diese Randerscheinung sollte dann aber auch schnell vergessen sein und so fassen wir den Abend mit den Worten der Metal-Queen selbst zusammen:
We celebrate our love for Rock and Metal, we raise the heads as we salute! Tonight we share our love for Rock and Metal, there's nothing more we wanna do!!!
Auf die nächsten 25!
Mehr Fotos findet ihr unter: http://flickr.com/photos/valvemagazine
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.doropesch.com Myspace: http://www.myspace.com/doroband Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Doro_Pesch
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