|
Kenner der Melodic Metal Szene wissen Silent Force schon länger zu schätzen. Die 5 Musiker (4 davon Deutsche) um die amerikanische Gesangsschleuder DC Cooper haben schon drei Studioalben produziert und werden nicht müde ihre Schaffenskraft an ihren headbangenden Fans auszulassen. Nun steht ihr viertes Werk „Walk the Earth“ in den Plattenläden und will kraftvollen, melodiösen Heavy Metal bieten. Hören wir mal rein...
Synthetische, leicht orientalisch klingende Töne eröffnen das neue Album und es dauert eine knappe Minute, bis „Walk the Earth“ auf die Ohren des Hörers eintrommelt. Doch dann zeigt „Man and Machine“, was man zu erwarten hat: Kraftvolle Riffs, gekonnter Keyboardeinsatz und eine klare, sich prima ins Geschehen einfügende Stimme des Leadsängers DC Cooper. Zwar bleibt der Eröffnungstitel einen Refrain zum Mitsingen noch schuldig, doch wenigstens gibt es schonmal richtig auf die 12.
Die Herren Alex Beyrodt (Gitarre – Ex: Sinner), Andre Hilgers (Trommeln), Torsten Röhre (Keyboard), Jürgen Steinmetz (Bass) und der schon genannte DC Cooper aus den Staaten machen seit dem Jahre 2000 zusammen Musik. Damals noch unter dem Namen „Allied Forces“ spielten sie sich seitdem nicht nur hierzulande in die Herzen der Metalfans, sondern sind – wie einige andere Metalbands ebengalls – auch in Japan bekannt und erfolgreich. So spielten sie dort schon sowohl ihre eigene Tour als auch als Support von Kamelot.
 Einige Kritiker werfen „Walk the Earth“ vor, dass es sich nicht von der breiten Masse der Melodic Metal Produktionen abheben kann und lediglich Einheitsbrei zu bieten hat. Wie Meinungen zustande kommen, ist hinlänglich bekannt und streiten kann man darüber nicht - doch man muss sich nicht verstecken, wenn man genau das Gegenteil behaupten möchte, denn das Album bietet ein gutes Dutzend guter bis hervorragender Tracks, die kraftvoll und stets abwechslungsreich daherkommen.
So verwöhnen neben hämmernden Riffs und Refrains zum Mitsingen auch ruhigere Keyboard-Parts das Hörerohr. Paradebeispiel dafür ist das umwerfende „The Kingdom of Fools“. Hier wird von allem etwas geboten und für viele unter euch mag dieser Song der beste des Albums sein. „Save me from myself“ wiederum schlägt während des kompletten Titels ruhigere Töne an. Aber auch hier wird nicht die übliche 08/15 Metalballade geboten, sondern durch ein paar kleine interessante Arrangements wird der Track zum idealen Ansprechpartner fürs Verschnaufen, um sich danach dem Rest der Platte hinzugeben.
 Leider flacht gegen Ende das Ideenreichtum ein wenig ab, sodass mit „The Blind leading the Blind“ und „Running through the Fire“ zwar noch gute, allerdings wenig inspirierende Songs aus den Lautsprechern schallen. Alles in allem wird dem Hörer für eine Stunde ordentlich Staub vom Trommelfell gespielt und man erinnert sich gerne an 2-3 Titel, für die man das Album noch öfters aus dem Schrank holen wird.
Bewertung:  Laufzeit: ca. 65min Webseite: http://www.silent-force.rocks.de Highlights: Walk the Earth, The Kingdom of Fools Lowlights: Goodbye my Ghost, My independence Day
- Walk the Earth (Ltd. ed. ) |