Ein Geheimtipp dürften die Fleet Foxes für Viele gar nicht mehr sein, bekommen die 5 Jungs aus Seattle doch gerade ein gewaltiges Medienecho vor allem in den USA und in England (auch wir berichteten). Verständlich, denn mit ihrem Rückgriff auf folkloristische Wurzeln, auf Chöre wie die der Beach Boys und dem Wissen darüber, dass das alles gar nicht so unmodern ist, erobern die Fleet Foxes die Sonnenuntergänge des Sommers.
Retro-Jüppchen raus, Abspielgerät entstaubt - "Kassette" stehn vor der Tür! Das Hauptanliegen der vier Kölner Jungs wird auf der eigenen Webseite kurz auf den Punkt gebracht: "Wir machen Musik." Und so machen sie sich zeitgleich auf, um die Herzen potenzieller Fans mit fünf deutschsprachigen Pop-/Rock-Songs zu erobern.
Thematisch geht es dabei um Lebensglück ("Glück am Stiel"), persönliche Freiheit ("Wir dürfen alles") und natürlich auch um die Liebe. In "Freunde" wird beispielsweise unmissverständlich klar gestellt: Lieber ein klarer Schlussstrich, als ein masochistisch angehauchtes "Lass uns Freunde bleiben".
Aufputschende Drums, wiederkehrende Synthies und nette Melodien werden mal eher poppig, mal eher rockig arrangiert. Trotz des namengebenden Magnetbands werden dabei Spurrillen von "Virginia Jetzt", „Chikinki“ oder "Tomte" befahren. Allerdings bleibt die EP noch mit dem Charme der Jugend behaftet, die sich nach bestandenenm Abi nicht ganz traut, die Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium zu treffen.
Will heißen: Ohrwürmer sind in Grundzügen erkennbar und laden durch Wiederholung der Kernaussage und eingängige Arrangements mitunter zum Mit-"Yeah"-en ein. Dabei gelingt es jedoch noch nicht ganz, die Zuhörer mit einem schlichten Ausrufezeichen über dem Kopf zurücklassen.
Bewertung: Highlights: Wir dürfen alles Lowlights: Glück am Stiel, Alle Farben