Gerade recht zum gefühlten Herbst kommt das Debüt einer Band aus Berlin, die mit gediegenem, melodischem Gitarrenpop das nasskalte Wetter erträglicher macht. Dabei klingen sie so gar nicht nach der hippen Großstadt, sondern wandeln mal ganz eigenständig und auch mal mit Referenz zu Mark Knopfler auf Pfaden, die sie mit der Gitarre selbst zu zeichnen im Stande sind.
Schön, wenn das Jazzmusikstudium mal für etwas gut ist. So zumindest bei Malte Weberruss und Simon Bauer, die in Berlin eben jene Musikrichtung ausgiebig inhaliert haben, um bei verschiedenen Bands ihr Können unter Beweis zu stellen und dann zusammen mit Schlagzeuger Hannes Dullinger von 2006 bis 2008 ihr Debütalbum „Silent Noises“ aufzunehmen.
Die LP ist allerdings alles andere als, nennen wir es mal, „overjazzed“ geworden, sondern bietet grundsolide, äußerst melodische aber niemals flache Popmusik, die sich durch ihre präzisen Arrangements und nicht zuletzt auch durch den rauchigen und manchmal wie gehauchten Gesang Weberruss’ ihre eigene Nische schafft.
 Da kommen Titel wie „Shoot the stars“ daher, die nicht selten an die ruhigeren Songs von Mark Knopfler erinnern und gleichwohl Soundtrack für einen ausgedehnten Spaziergang durch buntes Herbstlaub sein könnten. Detailreich werden die Tracks ausgearbeitet, da klappern wie in „Broken flowers“ auch mal Tassen im Hintergrund, während die Musik wie rückwärts zu laufen scheint, man sich fühlt wie am Vormittag nach durchzechter Nacht, um im Refrain dann doch noch kurz einen lichten Moment zu erleben. Definitiv eines der stimmungsvollsten Highlights auf der Platte.
„Silent noises“ ist keine Platte, die viel Aufsehen erregen wird – man muss „leider“ sagen – allerdings von jedem angehört werden sollte, der gern mal aus dem Fenster schaut, um den Regentropfen beim Fallen zuzuschauen. Und wer Jazz mag, wird eine fast perfekte Symbiose aus geradliniger Popmusik und eben jenem Musikstil erleben.
Ein zweites Album ist auch bereits in der Planung und wenn hier „Man of vision“ oder der – pssst - Bonustrack ein wenig die Richtung vorgeben würde und das Teil ein wenig mehr rockt, wäre das der Pfeffer in der jetzt schon schmackhaften Suppe.
Bewertung: Highlights: Shoot the stars, One, Broken flowers, Temptation, Man of vision Lowlights: -
Weiteres Material: Webseite: http://www.saltmusic.de Reinhören: http://www.myspace.com/saltsounds
Tracklist: 1. No Sharin 2. Shoot The Stars 3. One 4. Mary Jane 5. Favorite To My Phone 6. Icecream In The Rain 7. Broken Flowers 8. Temptation 9. Man Of Visions 10. Sunday Beauty 11. Green
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