| Die Fantastischen Vier - Fornika |
| 07.04.2007 | |
![]()
Sanft spielt sich „Fornika“ in die Gehörgänge des Zuhörers. Es ist nicht der typische „Wir sind hier und lassen es krachen“-Sound, der als Eröffnungstitel keine Zweifel übrig lassen möchte, dass das Album rocken wird. Nein, „Mehr nehmen“ klingt nachdenklich und bewegt sich musikalisch und textlich so, als ob es die Uhr ist, die für jeden von uns tickt und uns sagen möchte, dass wir doch bitte mal aus den Puschen kommen sollen. Toller Titel, eigener Sound, erinnert an nichts – und das ist ein gutes Zeichen. ![]()
![]()
|
Also dieses Review versucht ja wirklich dieses Album mit der nötigen Objektivität zu behandeln, aber mein grosses Problem ist dass ich diese einfach, obwohl sonst sehr tolerant und musikalisch vielseitig interessiert, einfach nicht haben kann.
Als Fanta 4 Fan der ersten Stunde( seit “Jetzt gehts ab”), der selber mitgereift ist, kann ich leider absolut nichts an der neuen Platte finden. Bis auf “Du mich auch” , “Was bleibt”, und mit leichten Abstrichen wegen der (durchweg bei fast allen Tracks laschen) Beatproduktion auch “Nikki war nie weg” fehlt dieser Platte einfach das gewisse Etwas das alle vorherigen Alben aufwiesen. Wenn der neue Weg der Fantas darin besteht jetzt vermehrt auch NDW-, Schlager- und Pop-Fans anzusprechen ('denn wir sind ja gereift'—brrrrrr) dann ist ihnen das vielleicht gelungen, aber ich bin mir sicher dass sie eine Menge tr(oy)er Fans verlieren oder zumindest enttäuscht haben, und ich kann nur hoffen dass ihnen die nächste Platte (falls es noch eine geben wird…….) auf einem qualitativ höherer Level gelingt. Dazu dass ich einige Lieder auch nach mehreren Versuchen nur wiederwillig bis zum Ende hören kann gibt es mehrere Gründe: Zum einen die mangelnde Qualität der Texte ( …wir müssen was beweisen,da unten auf den Gleisen…(reim dich oder ich fress dich!)) als auch die überaus uninspirierte Beatproduktion ( Tiefpunkt bezeichnenderweise “Mission Ypsilon”) sind bei dieser Platte unterdurchschnittlich und dem sonst sehr hohen Niveau der Fantas leider nicht angemessen.
Von mir eine 6/10
Hm, ich überspringe die Frage zum Aussehen der beiden Hilton-Schwestern einfach mal (da fällt mir spontan leider nichts richtig Nettes ein) ... Aber zum Ausgleich kann ich dem Autor des Reviews bedenkenlos ein Kompliment machen :) Deine Beschreibung des neuen Fanta-Vier-Albums empfinde ich als stimmig und richtig, und nach dem ersten 'richtigen' Anhören hab ich mal wieder richtig Lust auf ein Konzert mit den Schwaben in voller Lautstärke. Die vier haben echt ihre eigene Mitte gefunden, feiern sich selbst durchaus gutlaunig, rundum sympathisch und mit angemessen dicker Hose, und reißen den Hörer dabei mit auf ihrem Weg nach vorne. Das soll jedoch nicht heißen, dass sie die Absicht haben, mit ihrem Style so eine Art Vorgabe fürs 'richtige' Leben zu liefern. Sie wollen meiner Meinung nach eher demonstrieren, was ihr eigenes, persönliches Ding ist und dabei gleichzeitig andere 'inspirieren', das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, um auch ihr eigenes Ding zu finden (bitte nicht falsch verstehn) und das auch durchzuziehen, was immer es sein mag. Während sie das ewige Rumgenöle vieler Zeitgenossen karikieren ('warum hab ich nicht abc?','was fehlt mir denn für xyz?') wird deutlich, dass eine der Messages des neuen Albums ist: Erwarte keine vorgefertigten Antworten von anderen und versuche bloß nicht, zum Klon eines anderen zu werden, den du bewunderst.
Der einzige Punkt, der sich im Review von meiner persönlichen Ansicht ein wenig unterscheidet, ist die Bedeutung des ersten Songs 'Mehr nehmen'. Ich denke der Fokus liegt nicht unbedingt darauf, den Hörer raus aus dem Sessel und rein in die Puschen zu kriegen, sondern soll vielleicht eher ein bisschen als Warnung dienen. Hier wird eine Mentalität kritisiert, die es so oft in der 'Gesellschaft' oder im täglichen Leben gibt: Gib Gas, nimm alles, halte bloß durch, los hab noch mehr Spaß, kenne alle Trends, sei nonstop dabei, strebe immer mehr an, such die volle Dosis (sei es im Drogen-, Arbeits-,sonstwie-Bereich) und lebe den schnellen Rausch. Mein Gedanke beim Refrain war immer 'Man kann mehr nehmen - man kann (sollte) es aber auch mal sein lassen.' Insofern eigentlich auch kein Widerspruch zum Rest des Albums, weil auch das ja eigentlich sagt: Bleib mal locker und hechel nicht allem hinterher. Vielleicht hab ich das aber auch nur falsch verstanden? Jedenfalls geh ich jetzt erstmal ne Runde auf die Couch :)



