Diesmal lässt sich Loreena McKennitt nicht so viel Zeit, ihr neues Album zu veröffentlichen, ist es doch gerade mal knapp 2 Jahre her, dass „An ancient Muse“ das Licht der Welt erblickte. „Zum Glück!“, muss man sagen, denn nicht viele Künstlerinnen schaffen es mit ihrer Musik derart großartige Bilder zu malen, wie es die kanadische Sängerin seit über zwei Jahrzehnten tut.
Doch ganz neu sind nicht alle Titel auf „A midwinter night’s dream“. Mit „Snow“, „Coventry Carol“, „God Rest Ye Merry, Gentlemen”, “Good King Wenceslas” und “Seeds of love” befinden sich auf dem Album 5 Titel der 1995 erschienenen EP „A winters garden“. Daher sollte man sich nicht wundern, dass das ein oder andere Stück bekannt klingt.
Die übrigen 8 Lieder allerdings sind Neuproduktionen und lassen in gewohnter Manier den Gedanken und der Fantasie des Hörers freien Lauf. Dabei ließ sich McKennitt wie immer inspirieren von verschiedensten traditionellen Stücken aus aller Herren Länder und interpretiert dabei etwa den Weihnachtsklassiker „The holly & the ivy“ als eine sphärische Reise durch leise Wälder.
 Und mit „Noël Nouvelet!” ist gar der erste Titel in französischer Sprache dabei, worüber sich die vielen Fans im Nachbarland ganz besonders freuen dürften. Allerdings muss man sagen, dass einige der neuen Tracks auf dem Album doch sehr an alte Klänge erinnern. Das mag für Viele bei Loreena McKennitt schon immer der Fall gewesen sein, doch wo etwa „An ancient muse“ äußerst orientalisch inspiriert und brillant umgesetzt war und damit ein Alleinstehungsmerkmal bot oder „The Book of Secrets“ derart vielfältig wunderbare Geschichten durch verzaubernde Melodien erzählte, bleiben bei „A midwinter night’s dream“ oft nur die alten Titel im Gedächtnis. Außnahmen bilden hier das erwähnte „The holly & the ivy“ und „Emmanuel“. Letzterer Track baut eine Nähe zum Hörer auf, die bei geschlossenen Augen die Streicher und die Sängerin selbst nebenan vermuten lässt.
 “Un Flambeau, Jeanette, Isabelle”, ein irisch angehauchtes Instrumental, das zu später Stunde ein Tänzchen provozieren könnte, hätte durchaus Platz auf einer durchschnittlichen Irland-Compilation. „Gloucestershire Wassail” kommt als fröhliches a capella Weihnachtsträllern daher und dürfte hierzulande als etwas kitschig empfunden werden.
Fans dürfen beherzt zugreifen, Einsteigern in die verzaubernde Welt von Loreena McKennitt seien zunächst die wunderbaren „The Visit“, „The Book of Secrets“ und das Live Album „Live in Paris and Toronto“ empfohlen, wobei letzteres einen tollen Überblick über das Schaffen der Künstlerin gibt.
Bewertung: Highlights: The holly & the ivy, Coventry Carol, God Rest Ye Merry, Gentlemen, Snow, Emmanuel Lowlights: Un Flambeau Jeanette Isabelle, Gloucestershire Wassail
VÖ 17.10.
Weiteres Material: Webseite: http://www.quinlanroad.com Reinhören: http://www.myspace.com/loreenamckennitt
Tracklist: 1. The Holly & The Ivy 2. Un Flambeau, Jeanette, Isabelle 3. The SevenRejoices of Mary 4. Noël Nouvelet! 5. Good King Wenceslas 6. Coventry Carol 7. God Rest Ye Merry, Gentlemen -Abdelli version 8. Snow 9. Breton Carol 10. Seeds of love 11. Gloucestershire Wassail 12. Emmanuel 13. In the Bleak Midwinter
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