| Robert Zimmermann... - OST (VÖ 22.8.) |
| 17.08.2008 | |
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Fangen wir mit dem richtigsten aller Schritte an – der Handlung. Der 26 Jahre junge Robert Zimmermann, dessen Namen wohl keinem geringeren Künstler als Mr. Dylan himself entliehen ist, entwickelt Computerspiele für seine eigens entworfene Spielekonsole und hat sein Leben auch sonst ganz gut im Griff, wohnt er doch noch zu Hause und pflegt eine gute Beziehung zu seiner Kollegin Lorna. Doch eines Tages begegnet er der fast zwanzig Jahre älteren Monika und verliebt sich prompt in sie, was zu einiger Verwirrung im Gefühlsleben des Protagonisten führt. Zimmermann tritt einen Schritt zurück und sieht, dass auch um ihn herum so einige Veränderungen anstehen. Sein Eltern trennen sich, seine lesbische Schwester ist schwanger und sein bester Freund Ole versucht sein Glück über Kontaktanzeigen. Soweit, so gut – hört sich alles nach einem hübschen Set up für eine Komödie an, für die kein Geringerer verantwortlich war als Leander Haußmann, der schon bei „Sonnenallee“, „NVA“ und der gelungenen filmischen Umsetzung von Sven Regeners „Herr Lehmann“ das Sagen hatte. Mit all diesem Hintergrundwissen macht dann auch der erste Song der Soundtracks mehr Sinn, denn wenn in Element of Crimes „Death Kills“ von Bazookas, Mortars und Fleischmühlen die Rede ist, dann irritiert das doch ein wenig. Aber so, ja so macht das Sinn und vor dem geistigen Auge entsteht eine gediegen inszenierte Eröffnungsszene zur Vorstellung Robert Zimmermanns. Doch das geistige Auge ist oft trübe und so hilft ein Trick moderner Kommunikationswege und wir schauen uns das Video zu „Hot Dog am Hafen“ an, das gespickt ist mit Szenen zum Film und so tatsächlich ein wenig Licht ins Dunkel bringt.
Neben „Death Kills“ steuerten Element of Crime weitere lyrisch begleitete und instrumentale Titel bei (sehr schön der Dialog zwischen Mundharmonika und El Mariachi Trompete bei „R. Z. wundert sich über die Liebe“), die allesamt auch auf deren Platten hätten erscheinen können. Nix Schlechtes also, aber dennoch ist „Über dir der Mond“ neben den Instrumentals der einzige EoC Song, der auch ohne den Film in seiner Gänze funktioniert. Ansonsten finden sich auf der Scheibe Titel des russischen Songwriters Vladimir Vissotski (Vysotsky), den Zimmermann im Film auf Platte hat und der in der damaligen Sowjetunion trotz verhaltener Beachtung des Establishments einen derart ikonenhaften Status erlangte, dass zu seiner Beerdigung 1980 in Moskau die Leute aus den olympischen Stadien kamen und am Ende auf rund 1 Million Menschen geschätzt wurden.
Ein wenig House und Europop ist auch noch dabei und dann war’s das nach rund 51 Minuten auch schon mit Robert Zimmermanns Soundtrack. Und am Ende bleibt dann auch leider nicht viel hängen, denn die CD funktioniert ohne Film einfach kaum. Neben zwei oder drei EoC Songs sind es für einen Moment die Vissotski-Titel, die Interesse wecken und die Tanznummern bilden einen willkommenen Kontrast. Am Ende jedoch überwiegt der Wunsch erst einmal den Film zu sehen. Und das ist ja auch nichts Schlechtes – besonders, wenn dann das geistige Auge die Songs zu den Bildern abspielen darf, für die sie auch gedacht waren. |



