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Die Erwartungen, die an das neue Album der 5 Jungs aus Philadelphia gestellt wurden, waren nach der wunderbaren „We all belong“ LP enorm hoch. Und während Dr. Dog sich die Verspieltheit erhalten haben, sind die Songs nicht mehr ganz so eingängig und bewegend und ist der Sound deutlich kraftvoller und sauberer geworden. Leider nimmt gerade Letzteres ein wenig Charme aus der Sache. Aber irgendwie kann man ihnen dann doch nicht böse sein, denn sie klingen in weiten Teilen einfach immer noch so rehäuig wie zuvor.
Fakten: Es wirkt ein wenig, als ob Dr. Dog sich selbst kopieren und eine Prise mehr zeitliche Ungebundenheit in die Sache bringen wollten. Was natürlich schwer ist, wenn man nicht gerade ähnlich geniale Einfälle für Melodie und Details entwickelt wie zuvor. Ganz besonders deutlich wird Ersteres bei „Army of ancients“, das in großen Teilen und ohne Umwege an das zauberhafte „Alaska“ des Vorgängers erinnert. Der Track ist nach den ersten drei Songs auch gerade derjenige, der am ehesten an den Moment zurückdenken lässt, als man „We all belong“ zum ersten Mal hörte.
Und nach mehrmaligem Durchhören von „Fate“ fehlt schlicht der Moment, in dem man sich selbst beim Nachsummen ertappt. Jenes Nachsummen, das mit Liedern wie „Worst trip“, „My old ways“ oder „Girl“ dafür sorgte, dass Dr. Dog immer noch regelmäßig im CD Spieler rotieren. Doch immer langsam mit den jungen Pferden.
 Denn zauberhafte Moment hat das Album dann, wenn man während den Songs ganz genau hinhört und in etwas zu sehr vorbei fließenden Songs wie etwa „The rabbit, the bat, and the reindeer“ ab Minute Zweieinhalb das Tempo erhöht und mit galoppierendem Rhythmus ordentlich Kopfnicken in die Sache gebracht wird. Dieser knapp 45-sekündige Teil öffnet urplötzlich die Augen und Ohren des Hörers und mag die Weiterentwicklung im Sound und vor allem im zeitlosen Rock-Songwriting erahnen lassen, auf die Dr. Dog aus gewesen sein könnten.
Die vermeintlich besten Songs des Albums, namentlich „The ark“ und „The beach“ gehen diesen Schritt noch deutlicher und befinden sich mit ihren schnarrenden Lead Gitarren schon ordentlich beim zeitlosen Rock’n’Roll der 70er (der ohne Pop-Appeal) und sollten ebenfalls die Beatles- und Beach Boys-Vergleiche (die natürlich auch wir zogen) hinter sich lassen können. Natürlich hinkt der Vergleich auch bei „Fate“ noch nicht, aber gerade hier scheint sich die „neue“ Handschrift der Band am deutlichsten abzuzeichnen. By the way: Erinnert „The beach“ eigentlich noch einen geneigten Leser an „House of the rising sun“?
Es ist kein schwaches zweites Album – ganz und gar nicht. Doch die Nostalgie-Helden des Moments sind für den Autor die Fleet Foxes, die mit ihrem Debüt zurzeit das anstellen, was Dr. Dog mit „We all belong“ taten.
Die aktuellen Tourdaten und Tickets gibt’s weiter unten.
Bewertung: Highlights: The ark, The beach, Army of ancients Lowlights: The old days, Uncovering the old
Weiteres Material: Webseite: http://www.drdogmusic.com Reinhören: http://www.myspace.com/drdog
Tracklist: 1. The breeze 2. Hang on 3. The old days 4. Army of ancients 5. The rabbit, the bat, and the reindeer 6. The ark 7. From 8. 100 years 9. Uncovering the old 10. The beach 11. My friend
Tourdaten: München Mo.,10.11.2008 Köln Mi.,12.11.2008 Berlin Mi.,19.11.2008 Hamburg Do.,20.11.2008
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