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Fleet Foxes - Fleex Foxes

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Ein Geheimtipp dürften die Fleet Foxes für Viele gar nicht mehr sein, bekommen die 5 Jungs aus Seattle doch gerade ein gewaltiges Medienecho vor allem in den USA und in England (auch wir berichteten). Verständlich, denn mit ihrem Rückgriff auf folkloristische Wurzeln, auf Chöre wie die der Beach Boys und dem Wissen darüber, dass das alles gar nicht so unmodern ist, erobern die Fleet Foxes die Sonnenuntergänge des Sommers.

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Graspop 2008 - Einmal Dessel und zurück
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23.07.2008
Graspop (c) GMM
Rund 55.000 Besucher verschiedener europäischer Länder tummelten sich dieses Jahr auf dem Graspop Metal Meeting (GMM) in Dessel (Belgien) und verbrachten einige Tage bei wechselhaftem Wetter und hochkarätiger Musik wie etwa Iron Maiden, Kiss oder Judas Priest, um hier nur 3 von Dutzenden zu nennen. Wir waren dabei und mischten uns unters campende Volk – ein Reisebericht und die Suche nach etwas anständig Essbarem.

 

 

Anreise und Verzweiflung

Die Anreise gestaltete sich problemlos. Über Frankfurt, Köln und Venlo ging es schnurstracks in Richtung Antwerpen und nach 3x Abbiegen befand man sich auch schon in der Autoschlange zum GMM Campground. Trotz der Tatsache, dass der headbangende Fan hier getrennt von seinem Fahrzeug campen muss und es nur einen(!) Parkplatz mit einer(!) Zufahrt für alle 3-Tages-Besucher gibt, gestaltete sich die Suche nach einem Standplatz für den alten VW doch stressfreier als gedacht. Wesentlich missmutiger hätte man werden können, wenn man feststellte, dass die komplette Ausrüstung etwa 1km zum tatsächlichen Campground geschleppt werden musste. Nun gut, auch das sollte irgendwie gehen – hätte man sich halt man auf der Webseite schlau gemacht. Selbst dran schuld.

Nachdem also alles aufgebaut war und die Plackerei hin zum Campground, zurück zum Auto und wieder hin zum Campground überstanden war, mussten die e-Tickets eingelöst werden, die zuvor in der Heimat per Kreditkarte gekauft wurden. Hierzu bewegte man sich komplett über den Campground, der genauso wie der Parkplatz schlauchartig angelegt war und somit für maximale Wege sorgte. Also mal ehrlich: Sollte ein Festival die Zelt- und Parkplätze nicht um(!) das Festivalgelände herum aufbauen und nicht einfach wie einen Strich von eben jenem weg? Genau das war beim GMM nämlich der Fall und so benötigte man flotten Schrittes locker mal 45 Minuten vom hintersten Ende des Campgrounds bis zur Hauptbühne. Hier muss dringend nachgebessert werden.

Aber man wollte ja erst einmal die e-Tickets einlösen. Und hierzu stand man zunächst in der falschen Schlange an, da der offizielle Aufpasser nicht aufpasste, lieber das bunte Treiben beobachtete und alles und jeden durchwinkte, auch wenn es eben nicht (!) die Schlange für die e-Tickets war. Nun ja, irgendwann war auch diese Episode überstanden und man hatte letztendlich nicht nur zwei Mal angestanden, um sein Festivalbändchen zu bekommen, sondern wegen all der Lauferei und dem Schlangen-Malheur auch direkt Black Stone Cherry und Tesla verpasst, was zumindest beim Autor dieses kleinen Textes schwere geistige Schäden zurück gelassen hat, denn so oft sieht man Tesla in Deutschland ja auch wieder nicht.

Graspop (c) Thomas Henz


Priest live – Leppard nicht?

Dann sollte es allerdings losgehen und nachdem man sich an der lächerlich harmlosen Security, die in 3 Tagen – soweit man das bei jedem Durchgang beobachten konnte - nicht einmal irgendwen abgetastet hat und somit Tür und Tor öffnete für alles, was man eigentlich nicht mitnehmen sollte (z.B. Messer, Pisolen, Bazookas – wäre alles kein Problem gewesen), vorbei geschleust hatte, schallerten neben den üblichen Verdächtigen wie Nile, Moonspell und Testament auch die Altmeister von Whitesnake, Def Leppard und natürlich Judas Priest von den 3 Stages. Während die britischen Hard Rock Ikonen von Def Leppard eine geradezu perfekte Performance ablieferten, die daran zweifeln ließ, ob das Gebotene tatsächlich live aus den Boxen trällerte, war am späten Abend mit Judas Priest ein seit langem nicht so agiler, aber dennoch etwas abwesender Rob Halford zu bestaunen. Die Songs vom neuen Album „Nostradamus“ hätten Priest durchaus weglassen können, da sie nur Dampf aus der Show nahmen, der Auftritt war allerdings überzeugend und hat einen besonderen Eindruck hinterlassen.

Müde und erschöpft schleppte man sich dann erneut 45 Minuten zurück zum Zelt, da es bereits weit nach Mitternacht war und es Zeit wurde für das Gute-Nacht-Bier. Und hier muss leider erneut die Kritikkeule ausgepackt werden. Wie, um Himmels Willen, kommt man auf die Idee, einen Headliner freitags und samstags irgendwann zwischen 23:30 und 0 Uhr nachts mit der Performance anfangen zu lassen? Wenn das bangende Volk den ganzen Tag bereits zig Bands gesehen und ebenso viele Biers getrunken hat, ist um 22 Uhr der körperlich letzte Höhepunkt erreicht und wird durch Headliner-Performances noch einmal gepusht. Muss man dann allerdings immer  noch 90-120 Minuten warten, bis es los geht, geht auch dem härtesten Fan irgendwann die Puste aus und die Stimmung ist dementsprechend schlechter. Auch hier muss sich die Festivalleitung etwas anderes einfallen lassen.

Graspop (c) Thomas Henz


Mistwetter, Kiss und ein kaputter PA


Am zweiten Tag dann präsentierte sich das Wetter in Dessel sehr abwechslungsreich und so verbrannte man sich erst das Genick, nur um es wenig später ordentlich abgekühlt und angeregnet zu bekommen. Aber dafür kann die Orga natürlich nichts.

Heute steuerte dann auch alles auf den großen (und wieder sehr späten) Auftritt von Kiss hin. Über den Tag verteilt schipperten Alestorm ordentlich durch ihre mit Piraten verseuchten Meere,  lieferten Sonata Arctica eine solide Performance ab und Iced Earth, jetzt wieder mit Matthew Barlow, schoben was die Boxen hielten einen grandiosen Auftritt ins begeisterte Publikum – nur Volbeat mussten kurzfristig absagen.

Als es dann irgendwann vor Mitternacht Zeit für Kiss war, konnte man sich ein Grinsen natürlich nicht verkneifen. Die Altrocker, die auf ihrer „Alive“ Tour den letzten Halt beim GMM machten, legten ordentlich los und präsentierten sich in Bestform. Stanley etwa schwang sich einmal quer übers Publikum direkt auf den FOH (dem sog. „Front of House“, in dem die Spots und die Mischer sitzen), um dort das nächste Liedchen zu trällern. Simmons wiederum gab während seines Bass-Solos alles und wurde gar direkt unters Bühnendach befördert, wo er über allem thronte und zu psychedelischem Grünton Kunstblut aus seinem dämonischen Maul laufen lies. Alles in allem eine Riesenshow, die nur unterbrochen wurde durch einen PA, der 2x für ein paar Minuten ausfiel. Einmal allerdings gerade dann, als Peter Criss während seines Schlagzeugsolos mit der Bühne himmelwärts gezogen wurde. Aber auch solch einen Ausrutscher weiß man mit derart viel Bühnenerfahrung natürlich gekonnt zu beherrschen und so spielt man einfach weiter, auch wenn dann eben nur die ersten Reihen noch etwas vom Getrommel mitbekommen. Und weil der Ausfall dann doch zu lange dauerte, ging Criss dann dennoch kurz nach hinten, um einige Zeit später einfach dort weiter zu machen, wo er vorher aufhörte.

Dann: 45 Minuten Marsch zum Zelt und ein Gute-Nacht-Bier.

Graspop (c) Thomas Henz     Graspop (c) Thomas Henz


Warum darf man hier eigentlich nicht stage diven?

Am dritten und letzten Tag des GMM war die körperliche Verfassung schon merklich angeschlagen. Denn nicht nur zehrte ein sehr langer Festivaltag an den müden Knochen, sondern auch das, was man zur Stärkung eben jener geboten bekam. Wir zitieren an dieser Stelle einen offenen Brief.

Liebes Orga-Team,

dass man 4 Euro für einen wirklich schlechten Hamburger mit grauenhaft zusammengepresstem Fleisch(?), übergarten Zwiebeln in staubtrockenen Brötchen bezahlt, mag ja noch verschmerzbar sein. Dass man erst einmal Essens- und Getränkemärkchen holen muss, um dann von letzteren ein 0,25er(!?!?!) Bier zu bekommen – auch das ist irgendwie tolerierbar, weil man die kommerzielle Absicht hinter verloren gegangenen Märkchen ja auch irgendwie versteht (allerdings doch lächerlich geldgeil findet). Dass man zu allem Überfluss aber 7 Euro für einen lächerlich zusammengeflickten Döner bezahlen soll, spottet jeder Beschreibung. Und überhaupt: Das Essen auf Ihrem Festival ist schlechter als alles, was es bei McDonalds gibt – selbst wenn der Chefkoch dort mal keine Lust hat. Kein Wunder, dass Belgien nicht bei der EM mitgespielt hat – mit dem Fraß bildet man sich ja körperlich zurück!


Musikalisch musste zunächst die Meldung verschmerzt werden, dass Opeth, eine der derzeit großartigsten Prog-Metal-Bands überhaupt, ebenfalls kurzfristig absagen mussten. Lauren Harris war wohl zusammen mit dem berühmten Maiden-Papa unterwegs und lieferte ihre gewohnten Pop-Rock-Nummern ab, Soilwork bollerte bei etwas miesem Sound durch eines der beiden großen Nebenzelte und Apocalyptica boten mit ihren Streichinstrumenten eine sehr unterhaltsame Show, hätten allerdings etwas mehr der eingängigeren Hits spielen sollen, um das Publikum noch mehr auf ihre Seite zu ziehen.

Graspop (c) Thomas Henz


Dann aber durfte der letzte Headliner ran und so begannen Iron Maiden um 22 Uhr (hey, es geht doch!) ihre gewohnt perfekte Show, zu der es eigentlich nichts zu sagen gibt, außer, dass sie viel zu schnell vorbei war. Und wer es sich leisten kann „Fear of the dark“ und „Run to the hills“ hintereinander zu spielen, weil sowieso genug Hits auf der  Setlist stehen, der darf dann auch erwarten, dass das Publikum entsprechend ausrastet.

Apropopos „Ausrasten“: Warum ist es auf dem GMM eigentlich verboten, sich von netten Zeitgenossen übers Publikum heben zu lassen, um dann von eben jenem über jenes bis hin zum Securitygraben befördert zu werden? Vielleicht wären die Sicherheitsleute ja auch hier überfordert gewesen oder hatten keine Lust in spitze Gegenstände zu greifen – denn kontrolliert wurde am dritten Tag noch immer nicht.

Alles in allem war das diesjährige Graspop ein nettes Festival mit merklichen Schwächen in der Verteilung der verschiedenen Grounds und vor allem beim erbärmlich schlechten Essen. Ein Tip für alle, die auch einmal hin wollen: Auf dem Weg zum Festivalgelände gibt es private Imbissbuden in den Auffahrten der hiesigen Häuser. Diese sind zum einen günstiger und zum anderen wesentlich bekömmlicher.
 

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