 Von Annett Louisan mit Bigband zu den Schwermetallern von Schaffrath. So etwas gibt es entweder nur im heimischen Plattenschrank, auf Festivals oder eben bei der hr3@night in Frankfurt, wo an einem Abend in über 15 Locations verschiedene Veranstaltungen von Konzerten über Parties bis Tanzkurse stattfanden. Valve war für euch ein wenig unterwegs.
Annett Louisan sollte an diesem Abend zweimal auftreten. Einmal um halb Acht und dann eine Stunde später um halb Neun. Um nicht gleich dem initialen Fanansturm zum Opfer zu fallen, liefen wir also nach ein bis zwei Bierchen und einer in fettigem Käse gebadeten Pizza um kurz nach halb Neun in Richtung des schönen Zoo Palais im Herzen von Frankfurt am Main mit dem Ziel, das zweite Konzert des Abends zu besuchen. Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch begrüßten uns dann auch schon die flatternden hr3 Luftschlangen, die gut 20 Meter in die Luft geweht wurden.
Da wir über den Vorverkauf schon stolze Besitzer zweier Eintrittskarten waren, durften wir uns in der entsprechenden Warteschlange einreihen. Diese war dann auch erstmal gut 5 Mal länger als die der Abendkasse, aber wider Erwarten wurde der Einlass nicht zur nervenaufreibenden Wartezeremonie, sondern ging erstaunlich schnell von statten. Und dann waren wir also um etwa kurz vor 21 Uhr drin und wunderten uns darüber, dass wir noch einen Platz auf dem Balkon des Palais-Saales ergattern konnten. Zwar war immer mal wieder der ein oder andere nicht stillhalten wollende Kopf im Weg, doch wer möchte schon etwas sehen – wir wollten ja Musik hören.
 Annett Louisan hatte also (dem geneigten Leser mag es aufgefallen sein) eine gute halbe Stunde Verspätung und als es dann endlich im gut gefüllten Zoopalais losging, durfte man durchaus angetan sein von einer gutgelaunten Sängerin und einer hr3 Bigband, welche die bekanntesten Stücke der jungen Künstlerin ansprechend unaufdringlich neu arrangiert hatte. Und so wurde eine eigenwillige Katze besungen, es wurde über die Liebe gehadert und der Rat verteilt man solle doch bitte nicht für jedes Problem eine Lösung anbringen – manchmal braucht man eben nur etwas zu meckern.
Meckern konnte man wirklich nur über das zum Teil selten ignorante Publikum, das zu einem Großteil nicht in der Lage war die Situation richtig einzuschätzen, sprich zu realisieren, dass gerade ein Konzert stattfand. Und so war permanent der halbe Saal damit beschäftigt zu reden, lachen und mit den Gläsern zu klirren, sodass jeder ruhigere Song gestört wurde durch ein derart penetrantes Hintergrundrauschen, dass man sich wirklich fragen mochte, was die ganzen Leute dort eigentlich wollten.
 Nunja, das mit etwa 50 Minuten angesetzte Konzert ging schnell vorüber und nach einer Zugabe verabschiedete sich Annett Louisan genauso schnell wie das Publikum. Letzteres verschwand schnell in alle Himmelsrichtungen, um zu erkunden, was die restliche hr3@night noch zu bieten hatte. Wir entschieden uns für den Sinkkasten, um noch der Vorliebe des Autors nach harten Gitarrenklänge gerecht zu werden. Dort gönnten wir uns für die letzte halbe Stunde die Show der hessischen Schwermetaller von Schaffrath. Hm? Schaff-what? Egal.
Gute Nacht.
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