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Die Legende erzählt, dass sich 2004 in einer Scheune mitten im schwedischen Irgendwo Harriet Ohlsson, Johan Bringhed und Kalle Karlsson zu einem Konzert zusammenfanden, um berühmte Rock- und Metalhits unplugged nachzuspielen. Und dabei hielten sie sich nicht unbedingt an das vorgegebene Arrangement, sondern interpretierten die Stücke auf ihre ganz eigene Art. Und weil die Geschichte wahnsinnig gut ankam, gibt es jetzt ein Album voller interessanter Neuaufnahmen.
Zugegeben, die Songs sind bis auf „We’re not gonna take it“ (und nicht wie im Pressetext „We’re not gonna make it“!) von Twisted Sister (und nicht wie im Pressetext „Twisted Sisters“ – wer hat das geschrieben???) nur schwer wieder zu erkennen. Megadeths „Symphony of destruction“ etwa scheint stark angelehnt an „Sympathy for the devil“ von den Stones und Europes „Rock the night“ verliert im Vers jeglichen Drive des Originals, ist im Refrain allerdings kurz als solches erkennbar.
Wer sich darauf einlassen kann, dass seine Lieblingssongs sehr frei neu aufgelegt werden, der wird mit „Hymns in the key of 666“ einen Heidenspaß haben. Denn sowohl musikalisch als auch gesanglich ist die Scheibe sehr durchdacht und das angenehme Säuseln der Stimme Ohlssons fügt sich nicht nur wunderprächtig ins akustische Bild, sondern gibt selbst Brechern wie Slayers „Seasons in the abyss“ oder Metallicas „Blackened“ eine zarte Seite.
 Sehr gut gelungen ist auch AC/DCs „Thunderstruck“, das zunächst nach indischer Folklore klingt, sich dann aber aufgrund der Haftung in westlich geprägten Harmonien leise in des Hörers Ohr bohrt, um sich dann gar blueslastig zu entladen. Und bei Bedarf werden dann auch die Texte geringfügig abgewandelt, damit Sängerin Ohlsson sich nicht outen muss und singen kann „Finished with my man, cause he couldn’t help me with my mind“ (na, welcher Song?).
Auch an Instrumenten mangelt es hier nicht. Neben der obligatorischen Akustikgitarre geben sich auch mal ein Cello, ein Piano oder eine Sitar ein Stelldichein. Und wer einen Blick aufs Cover wirft, wird sich köstlich darüber amüsieren, wie der kleine 1970er VW Bully blumenversprühend über regenbogenerleuchtete Hügel gezuckelt kommt und lediglich die Heavy Metal Pommesgabel am Fenster und der Totenkopf am Kühlergrill davon Zeuge trägt, dass hier ein paar nette Rock’n’Roller am Steuer sitzen.
Sollte sich für die Hellsongs ein halbwegs akzeptabler Erfolg einstellen, bleibt nur zu wünschen, dass bei dem schier unerschöpflichen Repertoir an grandiosen Heavy Metal Nummern in Zukunft keine schnell produzierten Nachfolger auf den Markt geworfen werden, sondern dass man sich weiterhin so respektvoll um die Songs kümmert.
In diesem Sinne: Happy Fuckin’ Metal!
Bewertung: Highlights: Symphony of destruction, Blackened, Thunderstruck, Run to the hills Lowlights: We’re not gonna take it
Weiteres Material: Webseite: http://www.hellsongs.com Reinhören: http://www.myspace.com/hellsongs
Tracklist: 1. The trooper 2. Symphony of destruction 3. Rock the night 4. Seasons in the abyss 5. We're not gonna take it 6. Blackened 7. Thunderstruck 8. Run to the hills 9. Paranoid 10. Princess of the night
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