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Den Herren kennt man durch unzählige Soloalben und als Drummer bei Ash Ra Tempel oder zwischenzeitlich mal bei Tangerine Dream - allesamt Pioniere der elektronischen Musik. Was die Dame betrifft, so mag sich der geneigte Hörer an die Soundtracks zu „Gladiator“ oder „Black Hawk Down“ erinnern, an diese zutiefst beeindruckende, sphärische Stimme, die einen in ihrer Leidenschaft bis ins Mark erschüttern kann. Klaus Schulze und Lisa Gerrard haben sich nun zusammengetan, um mit „Farscape“ ein Doppelalbum aufzunehmen, das – Achtung, was gelernt! – immer noch die Berliner Schule bedient.
Ein kleiner Rückblick in die 70er: Klaus Schulze mit seinen oben angesprochenen, ehemaligen Bands Ash Ra Tempel und Tangerine Dream gehört zu den Vorreitern der elektronischen Musik in Deutschland und hat die – wie man sie dann nennt – Berliner Schule wesentlich mitgeprägt. Eben jener Stil zeichnet sich aus durch enorm lange, atmosphärische Stücke, in denen sich Themen und Motive oft wiederholen und durch Transpositionen variieren.
So wundert es nicht, dass sich auf den 2 CDs von „Farscape“ lediglich 7 Titel befinden, wovon der erste bereits stolze 22 Minuten Klangerlebnis mit sich bringt und der kürzeste mit seinen 13 Minuten auch schon Geduld erfordert. Denn die weitläufigen Tonflüsse erschließen sich dem Hörer meist sehr spät im Song, sodass das Werk erst nach einiger Zeit erkennbare Form gewinnt. Eine Einladung das Album mehrmals zu hören!
 Die Titel selbst sind eingeteilt in 7 Teile, die sich fortlaufend nummeriert „Liquid Coincidence“ nennen und genug Interpretationsspielraum lassen, um die Intention der beiden Künstler zu diskutieren. Von Tropfen in Slow Motion bis hin zur Entstehung des Universums (da huschen direkt die Space Night Bilder im Kopf vorbei) kann alles argumentiert werden und so sei es an dieser Stelle jedem Hörer selbst überlassen, was er in „Farscape“ sieht.
So richtig interessant wird das Album auf der zweiten CD, wenn etwa der vierte Teil von „Liquid Coincidence“ mit seinen in sich verwobenen Disharmonien und einer unglaublich beklemmend intonierten Stimme Gerrards die bisher so tragenden Harmonien neutralisiert und die Wände um den Hörer herum näher rücken lässt. Ähnlich disharmonisch und wie in einem Metallschacht eingeschlossen beginnt auch „Pt. 5“, allerdings wird das wohl gefälligste Stück des Albums recht schnell in gerade Synthie-Bahnen gelenkt und lässt den Hörer erst nach 18 Minuten wieder los.
 Dass bei „Farscape“ am Ende doch das Positive überwiegt, stellt dann „Pt. 7“ noch einmal unmissverständlich klar, bevor es sich mit einem Schweif aus Sternenstaub aus dem Fenster verabschiedet, kurz als Stern am Nachthimmel aufblitzt und für immer verschwindet.
Und auch wenn jeder der 7 Titel immer wieder seine eigenen Motive wiederholt – genauso ist „Farscape“ ausgelegt und in nichts Anderem liegen die Wurzeln Klaus Schulzes, der sich hier mit Lisa Gerrard eine grandiose Sängerin in sein Studio in der Lüneburger Heide eingeladen hat und ein beeindruckendes Werk voller Nostalgie und Weitsicht abliefert, das zwar noch Raum nach oben für Gerrard lässt und auch nicht zu Schulzes besten Werken gehört, aber dennoch mehr Tiefgang bietet als das typische „Space Night“ Ambient-Gedudel.
Nicht jedermanns Sache, aber ein Probehören wert.
Bewertung: Highlights: Pt.4, Pt. 6 Lowlights: Pt. 3
Weiteres Material: Webseite: http://www.klaus-schulze.com Reinhören: http://www.myspace.com/klausschulze
Tracklist:
CD 1 1. Liquid Coincidence, Pt. 1 2. Liquid Coincidence, Pt. 2 3. Liquid Coincidence, Pt. 3
CD 2 1. Liquid Coincidence, Pt. 4 2. Liquid Coincidence, Pt. 5 3. Liquid Coincidence, Pt. 6 4. Liquid Coincidence, Pt. 7
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