 Werte Damen und Herren, was Sie jetzt hören wird Sie derart verärgert zurück lassen, dass Sie den Künstler am liebsten einen sich nie wieder lösenden Knebel verpassen möchten. Warum? Weil die Musik in großen Teilen wirklich gut ist, der Gesang allerdings klingt, als ob alle Katzen Roms sich gegen die Welt verschworen hätten. Man weiß bei „Disappearer“ wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.
Verdammt noch mal, das kann doch nicht sein! Da macht einer wirklich gut instrumentalisierte, einfallsreiche und hübsch progressiv arrangierte Popmusik und ist dann vermutlich derart begeistert von sich selbst, dass er sich dazu entschließt den ganzen Spaß auch noch selbst einzusingen, obwohl Mutti schon immer nur hilflos lächelte, wenn der kleine „Marble Faun“ (mit bürgerlichem Namen Christian Klinger) daheim in Tübingen zum Trällern ansetzte.
Es ist eine Schande. Nehmen wir mal „The Ape Song“ und stellen sogleich fest, dass der Titel sauber produziert aus den Boxen wummert und musikalisch durchaus Spaß machen kann, wenn er zunächst im Stakkato-Pop-Kleidchen dahergestampft kommt , um dann nach ruhigem Piano-Intermezzo wieder zum initialen Popappeal zurück zu kehren. Was hier allerdings nicht ausbleibt, wenn der Gesang einsetzt und sein jodelndes Trauerspiel vollzieht, ist ein lautes Lachen. Also ganz im Ernst – das geht gar nicht. Um Titel, Inhalt und Gesang irgendwie unter einen Hut zu kriegen, fällt einem wirklich nichts anderes ein als eine Horde Affen, die (alle unter 18 jetzt wegschauen) wild onanierend durch den Urwald fegen und sich gegenseitig ins Poloch fassen. Das muss man hören, um es zu glauben. Insofern eigentlich wieder genial.
 Geht es dann sogleich mit „Disappearer“ weiter, freut man sich über intelligent eingesetztes E-Piano mit einem klickenden Rhythmus, der sofort hängen bleibt. Was das ganze Ding eben wieder unglaublich versaut, ist – ja, richtig – das Trällern unseres Barden („…the disapearaaaaaaa“), der es bei DSDS mit Sicherheit in die Samstagszusammenfassung geschafft hätte – nicht unbedingt als Highlight.
Weil die Musik in ihrer Progressivität und mit ihrem Mut für unübliche Arrangements im Grunde ernsthaft gut ist, gäbe es eigentlich auch eine dementsprechende Bewertung. Weil der Gesang allerdings nicht mal einen halben Punkt wert wäre und klingt wie „Katze am Schwanz gezogen“, würden wir eine verdammt miese Bewertung vergeben müssen. Da das allerdings absolut nicht gerechtfertigt wäre und ein Durchschnitt zwischen „gut“ und „mies“ vielleicht irgendwo im uninteressanten Mittelmaß ende würde, was diese Platte nun so gar nicht verdient hätte, gibt es diesmal keine Bewertung.
 Man möchte diese Platte aufgrund der oben genannten Punkte wirklich öfter hören, aber wenn irgendjemand diesen Gesang während der Session mitbekommt, würde das falsche Schlüsse und nicht absehbare Konsequenzen hinsichtlich Nachbar- und Freundschaften nach sich ziehen.
Ärgerlich, ärgerlich, ärgerlich. Kann diese Platte bitte, bitte, bitte noch mal von einer guten Sängerin (rauchige, zarte Stimme) eingesungen und dieses ab und an auftauchende Saxophon weggelassen werden? Dann gibt’s hier auch bestimmt Punkte im grünen Bereich.
Bewertung: nicht möglich Highlights (hier nur wegen der Instrumentalisierungen und Arrangements): The truth, The ape song, Disappearer, Runaway, Quavering fruit, Bewilderment #67 Lowlights: Bewilderment #242
Weiteres Material: Webseite:
Tracklist: 1. the piano in the forest 2. bewilderment #242 3. twined 4. the ape song 5. disappearer 6. runaway 7. the truth 8. quavering fruit 9. bewilderment #67 10. to the one, who does not exist (or so i suppose) 11. from afar 12. blank
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