Signore e signori, jetzt gibt’s voll auf die Zwölf! Aus dem kühlen Norden, genauer gesagt aus Helsinki, kommt dieser Tage das mittlerweile vierte (vollwertige) Album der italienischen Black Metal Kapelle Stormlord um Sänger Cristiano Borchi und vermag ob seiner Progressivität auch dem eher grunzfeindlichen Metaller zu gefallen. Ein Grundkurs im Segelsetzen und Wellenbrechen…
Um gleich beim Thema zu bleiben – „Mare Nostrum“ ist neben seiner grundsoliden Black Metal Einstellung ein durchaus progressiv geratenes Album mit gar epischen Ausmaßen. Die 6 Italiener haben keine Kosten und Mühen gescheut, um uns hier mit allerhand Abwechslung mit auf die holprige Überfahrt nach Doublebase-Hausen zu nehmen. Hier geben sich wild peitschende Trommel-Einlagen und gurgelnde E-Gitarren die Klinke in die Hand, ohne allerdings auf die immer wieder gekonnt eingestreuten, höchstmelodiösen Abschnitte zu verzichten, die „Mare Nostrum“ zu einem hörenswerten Gesamterlebnis machen.
 Dass sich Stormlord seit ihrer nunmehr 17jährigen Bandgeschichte stets weiterentwickelt haben, merkt man nicht nur ihren Alben, sondern auch ihren Auftritten an, bei denen der Bandname mittlerweile neben Größen wie Arch Enemy, Annihilator, Lacuna Coil oder Opeth zu finden ist. Und warum das so ist, beweisen sie nicht nur mit ordentlich wummernden Wellenbrechern wie „Mare Nostrum“ oder „Legacy of the Snake“ (letzteres bedient auch Freunde weiblichen Gesangs), sondern eben auch mal mit einer – nennen wir es mal – Blackballade wie „The Castaway“, einem Song, wie ihn die zerzauste Besatzung hoch in den Segeln noch singen mag, auch wenn sich Neptun gerade mal wieder schüttelt.
 Was am Ende bleibt, vorausgesetzt man ist unterwegs nicht von Bord gespült worden oder hat sich sonstwie daneben benommen und wurde zum Kielholen geschickt, ist eine gut dreiviertelstündige Fahrt durch peitschende See und brennende Gischt – und ab und an kommt sogar mal die Sonne heraus. In diesem Sinne: Buon viaggio!
Bewertung: Highlights: Mare Nostrum, Legacy of the Snake, The Castaway, Stormlord Lowlights: Dimension: Hate
VÖ 23.5.
Weiteres Material: Webseite: http://www.stormlord.net Reinhören: http://www.myspace.com/stormlordband
Tracklist: 1. Mare Nostrum 2. Neon Karma 3. Legacy of the Snake 4. Emet 5. The Castaway 6. Scorn 7. And the Wind shall scream my Name 8. Dimension:Hate 9. Stormlord
- Artikel bei Amazon bestellen
- CD bei Musicload kaufen
|