Ein langer Weg war es, bis die französische Band Jade nicht nur auf ihren Namen kam, sondern auch das – zumindest in Deutschland - ab Mitte Mai verfügbare, erste und zudem noch wunderbare Album „Analogic“ fertig stellen konnte. Die Geschichte allerdings kann schnell erzählt werden – auch wenn solch ein Versuch den 10 Jahren, die es brauchte, um nun endlich an diesem Punkt zu sein, nicht gerecht werden kann.
Remi, Frank, Lionel, Luis und Serge – eine handvoll französischer Teenager nahmen sich einst vor, in einem Keller zusammen zu kommen, um gemeinsam Musik zu machen. Zunächst noch irgendwo zwischen Groove und Rock einzuordnen, fanden sie nach einiger Zeit ihre Bestimmung in dem, was allgemein als Trip Hop bezeichnet werden kann.
Mittlerweile sind zwei weitere Künstler zu ihnen gestoßen (Jean Pierre und Sängerin Laetitia) und nach der ersten Single, die 2004 veröffentlich wurde, befindet sich nun am 13.5. mit „Analogic“ ein Geheimtipp in den Plattenläden, der so warm und freundlich daher kommt, dass man die CD am liebsten überall mit hinnehmen möchte, um auf sie aufzupassen.
 Das liegt zum einen natürlich an den 14 Songs, die sich auf dem Debüt wieder finden. Zum anderen trägt „Schuld“ daran eindeutig auch die Stimme der Sängerin, die immer mal wieder Erinnerungen an Bjork oder Emiliana Torrini hochkommen lässt und sich mit ihrem rosenblütenzarten Timbre perfekt ins Geschehen einfügt.
Die Songs sind wundervoll arrangierte, nie überproduzierte Titel und bieten viel Abwechslung. Während etwa in „Keep waiting“ noch mit vielen Effekten gearbeitet wird und der Gesang manchmal aus der Melodie auszubrechen scheint, bietet „Mama“ eine geradeaus produzierte, schöne Trip Hop Ballade, um dann ganz am Ende auch mal ganz auf Elektronik zu verzichten und Laetitias Stimme in „Sacrifice“ mit einem Piano allein zu lassen – schöner könnte das Album kaum enden.
 Es wäre nett, wenn das nächste Album von Jade nicht so lange auf sich warten ließe wie es dauerte „Analogic“ zu schaffen. Doch sollte es eine solche Zeitspanne benötigen, um derart nette Songs zu schreiben, ist man schließlich gerne bereit zu warten.
Und so lange bekommt „Analogic“ einen besonderen Platz im Plattenregal, um immer mal wieder daran erinnert zu werden, dass man in Sachen elektronischer Musik noch immer auf die Franzosen zählen kann.
Bewertung: Highlights: Ready, Silly girl, Keep waiting, Mama, Seven Mondays, Sacrifice Lowlights: Woman beat box
Weiteres Material: Webseite: http://www.jade-analogic.com Reinhören: http://www.myspace.com/jadeanalogic
Tracklist: 01. Caroussel 02. Ready 03. Voodoo Love 04. Woman Beat Box 05. Keep Waiting 06. Mama 07. She's Real 08. Butterfly 09. Seven Mondays 10. Silly Girl 11. Amazing Feeling 12. Woman's Medecine 13. Ignition 14. Sacrifice
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