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So, hier kommt mal wieder eine Platte von der Insel, welche die Hörer spalten wird – also nicht „spalten“ im Sinne von Axt im Kopf oder ähnlichen Gewalteinwirkungen , sondern - ach, sie wissen was gemeint ist. Die einen werden sich beschweren, dass die Frau da vorn ja gar nicht singen kann - und der Typ daneben ja noch viel weniger. Und die andern werden „The Indelicates“ ohne Wenn und Aber als Präsidentschaftskandidaten der USA proklamieren. Wir holen langsam mal die Fähnchen raus…
Zugegeben, so manch kleines Wässerchen, das da von der britischen Insel ans Festland gespült wird, versickert genauso schnell im Sand wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein verdampft. Was die Indelicates betrifft, sollte man allerdings davon ausgehen, dass deren Mischung aus mal schraddeligen, mal sanften E-Gitarren und hübschen Klavierparts auch hierzulande eine beachtliche Anhängerschaft finden wird.
Dabei fängt die Platte nach einem gänzlich unerwarteten Einstieg mit Streicherpartitur recht unscheinbar an. In „The last significant statement…“ muss die seelenlos gewordene Musikindustrie lyrisch zwar ordentlich Federn lassen, musikalisch allerdings bewegt sich der Song irgendwo im Mittelmaß wummernden Gitarrenpops – allerdings muss man sagen, dass der Trackname doch sehr eingängig vorgetragen ist.
 Apropos Lyrik. Die beiden Gründer der Band, namentlich Simon Clayton und Julia Clark Lowes, lernten sich 2005 auf einem Poetry Slam Wettbewerb kennen (den Herr Clayton dann auch gleich gewann) und beschlossen auch gleich doch zusammen Musik zu machen. Die Texte lassen sich daher in Sachen Umfang, Inhalt und auch mal gewitzt vorgetragener Ironie nicht lumpen. Und damit die Dame nicht zu kurz kommt: Julia Lowes hatte für etwas über ein Jahr einen Kurzbesuch bei den Pipettes, die sie dann allerdings zugunsten der Indelicates wieder verließ.
Zurück zum Album. Hat sich die Platte nach den ersten paar Minuten warm rotiert, wird man schnell feststellen, dass „American Demo“ mit jedem Song besser wird. Nach dem recht überflüssigen „Better to know“ tänzeln die Songs mal quietschfidel („Sixteen“), mal episch („Stars“) und auch mal in bedachtem bis aufforderndem Dreivierteltakt („New art for the people“) aus den Boxen.
 Und wer hätte gedacht, dass auch Jeff Buckley noch mal die Ehre zuteil wird, besungen zu werden. Die Indelicates widmen dem amerikanischen Sänger, der Ende der 90er als trauriges Resultat einer Wette in einem Fluss ertrunken ist, als er von der Bugwelle eines Schiffs unter Wasser gezogen wurde (nein, er war nicht besoffen), mit „…if Jeff Buckley had lived“ eine wunderschöne Ballade.
Also, um es kurz zu machen: Nicht nur der Sänger von Art Brut, mit dessen Band The Indelicates für 6 Konzerte auf Tour waren, hält ganz große Stücke auf die Jungs und Mädels aus Brighton. „American Demo“ bietet wunderbar einfallsreichen und auch mal anspruchsvolleren Gitarrenpop und kann damit wärmstens empfohlen werden.
The Indelicates sind ab dem 28.3. in Deutschland unterwegs und machen bis Mai Halt unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Münster und Dresden. Schaut mal bei uns im Ticketshop vorbei, denn dort gibt’s noch Karten für Köln am 24.4..
Bewertung: Highlights: New Art For The People, Stars, Heroin, ...If Jeff Buckley Had Lived Lowlights: Better To Know
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Weiteres Material: Webseite: http://www.indelicates.com Reinhören: http://www.myspace.com/theindelicates
Tracklist: 1. New Art For The People (Theme) 2. The Last Significant Statement To Be Made In Rock’n’Roll 3. Our Daughters Will Never Be Free 4. Better To Know 5. Sixteen 6. Julia, We Don’t Live In The ‘60s 7. Stars 8. New Art For The People 9. Unity Mitford 10. ...If Jeff Buckley Had Lived 11. America 12. Heroin 13. We Hate The Kids
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