Dass die sechsköpfige amerikanische Band „In the Pines“ vom Hamburger Label Arctic Rodeo Recordings vertrieben wird, ist fast schon ein Qualitätssiegel an sich, beweisen jene Damen und Herren des Öfteren ein glückliches Händchen mit ihren Importen, die sie in die alte Welt holen. Diesmal ist es nicht anders – Musik wie eine Gute Nacht Geschichte im Schein einer alten Petroleumlampe, während draußen tausend Winde kalte Regentropfen an die Fenster peitschen.
In the Pines – das sind sechs eher unauffällig wirkende Musiker aus Kansas City, die neben der klassischen Rockinstrumentalisierung (Gitarren, Drums, Bass) noch eine Violine, eine Bratsche und ein Harmonium mitbringen. Ihre Musik als Rock zu bezeichnen, mag im Grunde zunächst richtig sein. Doch sind die Songs, die mal anmutig und mal gerade noch beherrscht aber zornig daher kommen, stilistisch weitaus breiter gefächert.
Da schwingt eine Prise Folk mit und es darf ruhig auch mal von Country gesprochen werden. Allerdings immer mit einer melancholischen Grundstimmung, die von den Streichern und vom stets wunderbar eingesetzten, ab und an auch mehrstimmigen Gesang der Band getragen wird. Gesungen wird im Übrigen von 5 der 6 Musiker.
 Auch inhaltlich bewegen sich In the Pines oft auf eher düsterem Terrain. Gibt es da etwa diese Frau, die um ihr Leben bangt, während ihr Kleid in Flammen steht („Dress on fire“) oder jenen besungenen Gefangenen, der müde sein Leben an sich vorbei ziehen sieht („Prison Ghost“).
Mit viel Gefühl bearbeiten und vertonen In the Pines ihre oft überdurchschnittlich langen Songs und deren Themen und auch wenn sich in der Mitte des Albums eine gewisse Monotonie einschleichen will, so lohnt es sich stets die Ohren ein wenig offener für die Lyrik der Titel zu haben, um die Lieder in ihrer Ganzheit zu genießen.
 Was am Ende bleibt, sind 12 sehr eigen klingende Titel, die mit ihrer nicht alltäglichen Instrumentalisierung und den traurig schönen Melodien wie gemacht sind für ein Glas Wein im flackernden Kerzenlicht. Und wenn draußen dann tatsächlich noch der Wind den Regen ungleichmäßig an die Fenster rauschen lässt, scheint das Album seine Bestimmung gefunden zu haben.
Und es ist schon eigenartig, aber gerade am Ende, wenn das instrumentale „Grey October“ im Dreivierteltakt zur Tür hinaus tänzelt, meint man eine ganz andere Stimmung auszumachen. Fast schelmisch scheint es einen anzublinzeln und zu sagen, dass am Ende doch alles gut wird.
Bewertung: Highlights: Dress on fire, For love instead, The hymn, Why, Prison Ghost, Grey October Lowlights: Savannah
VÖ 29.2.
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Weiteres Material: Webseite: http://www.inthepinesmusic.com Reinhören: http://www.myspace.com/inthepines
Tracklist: 1. Good Morning, My Darling 2. For Love Instead 3. Dress On Fire 4. The Hymn 5. Never Say Too Much 6. The Night They Pass 7. On The Table 8. Prison Ghost 9. Savannah 10. The Handless Man 11. Why 12. Grey October
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