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Incubus – Look alive
Das Schönste für einen Fan ist, wenn die Band ihn – soweit möglich – an ihren Abenteuern teilhaben lässt. Linkin Park machen das auf ihrer Webseite geradezu vorbildlich, Trent Reznor hat kürzlich neue Marketing-Methoden erprobt und seine Fans mit kleinen Überraschungen überall auf das neue Album vorbereitet. Am naheliegendsten ist allerdings immer noch eine gute DVD, die mehr als nur einen Aufguss an bekannten Songs bietet – und genau hier punkten Incubus mit „Look alive“.

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Tarja Turunen - My Winter Storm
Artikelbewertung: / 1
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30.11.2007
Tarja - My Winter Storm
Woher kommt eingefleischten Gitarrenanbetern dieser Name noch bekannt vor? Richtig, die Dame sang bis letztes Jahr für die skandinavische Heavy Metal Gothic Band Nightwish und feierte dort bis zuletzt mit aufwändig produzierten Scheiben große Erfolge. Nach bandinternen Streitigkeiten beschloss man sich von der Sängerin zu trennen, was jene allerdings nicht davon abhielt, Solopfade zu beschreiten. Nicht ganz so hart ist „My Winter Storm“ geworden – um ehrlich zu sein: Es ist erfrischend anders.

 

 

Hält man „My Winter Storm“ in den Händen, so wirkt die Platte wie der Soundtrack zu einem Film. Vorn atmosphärisch dicht gestaltet, hinten die Tracks nach Kapiteln geordnet, das Booklet erzählt in aufwändiger Aufmachung von untergegangenen Nordsternen und einsamen Seelen auf der Suche nach Hoffnung.

"Ich liebe Filmmusik. Ich wollte, nein, ich musste unbedingt die dichte Atmosphäre und die Emotionen haben, die ein Soundtrack hervorruft."

Ihre 3 Tonleitern umfassende Stimme, die Tarja Turunen einer klassischen Musikausbildung zu verdanken hat, kommt in solch musikalischer Umgebung hervorragend zur Geltung. Von langsamen Nummern wie „The Reign“ über abwechslungsreiche Mid-Tempo Titel wie „Boy and the Ghost“ bis hin zu kraftvollen Rocksongs wie „I walk alone“ – stets fügt sich der Gesang passend ins Geschehen ein.

Tarja (c) Universal Music


Auch die klirrende Kälte, die das Cover ziert, ist musikalisch gut eingefangen. Bei progressiv abwechslungsreichen Titeln wie „Lost Northern Star“ wird es einem ganz frostig um die Ohren, wenn Eisblöcke zu zerbersten drohen und die Verzerrung der Gitarren ihren Teil dazu beiträgt, dass sich das Unglück auch tatsächlich ereignen wird. Heavy Metal Fans, die sich von der Platte ordentliche Rocknummern erwarten, werden – das muss man sagen – zum Großteil enttäuscht werden – Offenheit für Neues wird vorausgesetzt, um Turunens Winterwelt zu beschreiten. Denn bis auf einige geradlinige Gitarrennummern wie „My Winter Storm“ oder „Ciaran’s Well“ bietet die Platte viele langsame und aufwändig konstruierte Balladen, in denen sich die Sängerin stimmlich austoben darf.

Immer wieder werden die Titel auch unterbrochen durch instrumentale Zwischenstücke, die als Ausklang zum vergangenen und zur Einführung des nächsten Tracks dienen. Die Übergänge sind reibungslos und beeindrucken mit viel Gespür für Details.

All die unglaublich professionell und atmosphärisch dicht arrangierten Titel kommen nicht von ungefähr, durfte Tarja einen Großteil ihrer Platte in den Remote Control Studios von Hollywood-Erfolgskomponist Hans Zimmer aufnehmen und auf namhafte Unterstützung bauen, darunter Arrangeur und Cheftechniker James Dooley und Slamm Andrews, der in eben jenen Studios den Soundtrack zum Simpsons Kinofilm abgemischt hat.

Tarja (c) Universal Music


“My Winter Storm” ist ein beeindruckendes und mutiges Solodebüt Turunens, das die orchestralen Einlagen ihrer ehemaligen Band weiterführt, allerdings mindestens zwei Nummern mehr Anspruch in die Partituren legt und damit noch epischer wirkt. Gerade Titel wie „The Reign“ wären wie geschaffen für die Dramaturgie eines Fantasy-Blockbusters. Einziger Fehlgriff ist die unnötige Coverversion von Alice Coopers „Poison“, das ins Geschehen passt wie der Elefant in einen Porzellanladen.

Manche werden das Album als unglaublich kitschig abstempeln. Doch schließt man für etwa eine Stunde die Augen und malt sich seine eigenen Bilder zur Platte, bietet sie genau die richtige Vorlage, um in Gedanken durch die eigene Eiswelt zu reiten. Eine mutige und hervorragend umgesetzte Platte, die noch einen halben Punkt mehr verdient hätte, wäre da nicht dieses “Poison”-Cover, das dem Szenario in mitten eisbedeckter Tannen die Clownsnase aufsetzt.

Bewertung: 4/5
Highlights: My Winter Storm, Lost Northern Star, The Reign, Boy and the Ghost, Oasis, Calling Grace, Die Alive
Lowlights: My little Phoenix, Poison

Videos:
Making Of

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Weiteres Material:
Webseite: http://www.tarjaturunen.com
Reinhören: http://www.myspace.com/tarjaturunen
Fotos in der Galerie: Tarja Turunen

Tracklist:
1. Ite, missa est 
2. I Walk Alone
3. Lost Northern Star  
4. Seeking for The Reign 
5. The Reign  
6. The escape of the Doll 
7. My Little Phoenix  
8. Die Alive
9. Boy and the ghost  
10. Sing for me  
11. Oasis   
12. Poison   
13. Our Great Divide  
14. Sunset  
15. Damned and Divine  
16. Ciaran’s Well  
17. Minor Heaven  
18. Calling Grace 


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