 Verheißungsvolles liegt in dem Titel dieser Platte. „Future Sounds of Jazz“ ist keine zurückhaltende, sondern eine bewusst Richtungen aufzeigen wollende Überschrift. Und die Tatsache, dass wir es hier bereits mit der elften Auflage der viel gelobten Compilationserie zu tun haben, spricht für sich. Reingehört…
So falsch scheint Herr Michael Reinboth mit seiner Auswahl an Titeln, die den „future sound of Jazz“ darstellen sollen, ja nicht zu liegen, wenn die Reihe so lange durchgehalten und immer wieder reichlich Lob eingeheimst hat. Und man muss sagen, dass FSOJ bei der Titelauswahl bisher tatsächlich selten wirklich enttäuscht hat.
Der geneigte Jazzhörer wird sich beim Hören fragen: Was hat denn diese Musik mit meiner Lieblingsmusik zu tun? Und die Antwort kommt dann auch nicht gerade wie aus der Pistole geschossen. Denn die 12 Titel auf der LP sind eher eine Mischung aus tanzbaren, leicht dem House verfallenen Tracks und ruhigeren Vertretern der Marke „Chillout“.
Was den Jazz in die Sache bringt, sind etwa die immer mal wieder eingestreuten „jazzigen“ Elektrobeats wie etwa im zweiten Titel „Drum Rhythm A“. Da lassen die flirrenden Hi Hats, die sich dann und wann zwischen den Dancefloor-Beat schieben, zumindest ein leises Gefühl entstehen, dass man es hier mit dem Titel gerecht werdender Musik zu tun hat.
Manchmal schiebt sich auch die ein oder andere jazztypische Harmonie zwischen den Rhythmus und lässt aufhorchen - doch das ist selten.
Mit knapp 70 Minuten Spielzeit verteilt auf die 12 Songs bietet FSOJ Vol. 11 Titel, die im Durchschnitt etwa 6 Minuten lang sind. Leider wird eben jene Dauer den Songs zwischendrin immer wieder zum Verhängnis. Wenn sich etwa Solomun & Stimmigs „Eiszauber“ gut eine Minute zu lang den immer wieder gleich ausschauenden Eiszapfen widmet oder das sambaeske „Mit 66 Jahren“ von James Din A4 den Hörer mit seinem einschläfernden Synthie-Staubsauger hypnotisieren will, verliert man leicht die Geduld – wie gut tut es da, wenn man dann in „Till the End“ auch mal eine Frauenstimme hören darf.
Ansonsten – und diese Meinung scheint auch beim DJ selbst vorzuherrschen – ist FSOJ Vol. 11 einfach eine Sammlung interessanter Elektro-Soul-Neo-Tech-Jazz-House-Musik (kann man für diese Kreation ein Patent anmelden?), die man sonst nicht zu hören bekommt. Befreit man sich also vom Versuch einer strengen Auslegung des Titels, darf man sich auf eine insgesamt hübsche Auswahl an Club-Tracks freuen, die abseits des Mainstreams ihre eigene Nische bedienen.
Hier wird nichts neu erfunden, hier wird auch nicht nach Perlen getaucht. Abwechselungsreich ist es aber allemal und interessant sowieso. Für neugierige Ohren also eine Empfehlung wert. Denjenigen, die sich beim Hören nicht allzu sehr anstrengen möchten, sei ein Probehören empfohlen.
Bewertung: Highlights: Drum Rythm A, Till the end Lowlights: Superlight, Mit 66 Jahren, Movin
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Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.myspace.com/compostrecords
Tracklist: 01. Joash - “Salome” ***EXCLUSIVE*** 02. Koop - “Drum Rhythm A” Christian Prommer’s Drumlesseon Mix 03. Solomun & Stimmig - “Eiszauber“ 04. Yannah Valdevit - “Superlight“ ***EXCLUSIVE*** 05. James Din A4 - “Mit 66 Jahren“ 06. Zeynep Erbay - “Flowers“ 07. The Invisible Session - “Till The End“ Panoptikum Remix ***EXCLUSIVE*** 08. No Theory - “Strictly Instrumental“ ***EXCLUSIVE*** 09. Wojtek Urbanski - “Violet Violin“ Maximilian Skiba Remix ***EXCLUSIVE*** 10. Dennis Ferrer - “Son Of Raw“ 11. Blackjoy - “Moustache“ Prins Thomas Diskomiks 12. 400 Blows - “Movin“ Special Extended Club Remix
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