Indie-Pop, Indie-Rock! Welche Musikrichtung bietet im Moment mehr Abwechslung als die beiden eben genannten in all ihren Formen? Sie dürfen alles, bedienen mit ihren Gitarren, Streichern, Klavieren und nie gehörten Synthieklängen alle möglichen Arten von Soundhunger. Der Gesang ist mal sphärisch ruhig, mal auffordernd wild. Und mittendrin sind Chikinki und steuern mit „Brace, Brace“ ihren wunderbaren Teil zum Indie-Potpourri bei.
Ein Album haben sie bereits veröffentlicht. „Lick your ticket“ hieß das Debüt und wurde von Presse und Fans gleichermaßen gut aufgenommen. Um zu verdeutlichen, um was es dort ging, folgt die in der Pressemitteilung mitgelieferte Beschreibung des Musikstils auf jener Platte Nummer 1: Dance-Rock-Electro-Clash-Indie-Disco-New-Rave. Um zu verdeutlichen, wohin sich die Band mit Platte Nummer 2, welche den bereits erwähnten Titel „Brace, Brace“ trägt, entwickelt hat, folgt nun die ebenfalls zur Verfügung gestellte Beschreibung: Glitch-Pop-F***-Noise-Whatever. Was mag man von diesen zusammengeklebten Begrifflichkeiten ableiten? Am besten das, was nach Hören der Platte hängen bleibt. „Brace, Brace“ ist von vorn bis hinten voll mit klasse Ideen und lässt sich schwer einer Richtung einordnen. Von langsameren Popnummern bis hin zu äußerst tanzbaren Tracks – alles wird munter in einen Topf geworfen, verrührt und wieder hübsch bunt zusammengesetzt. Da gibt es Hits wie „You said“, das mit seinem stakkatoartigen Synthie und dem ihm gleichtuenden Gesang ohne Wenn und Aber zum Popowackeln auffordert und noch lange in den Gehörgängen nachklingt. Dann dieses „Like a seesaw“, das sich im Refrain stampfend einzubrennen weiß und direkt dazu verleiten kann selbst wie ein Jojo an die Decke und zurück zu hüpfen. Auch langsamer angelegte Nummern wie „You make it look easy“ werden nie langweilig und wissen mit Rhythmuswechseln und interessanten Refrains zu überzeugen. Am Ende könnte man über jeden der 15 Songs einen Absatz schreiben und würde der Kreativität wohl doch nicht gerecht werden. Das i-Tüpfelchen allerdings ist die Stimme von Sänger Rupert, die zwar in höheren Tonlagen etwas gequält klingt, doch stets die richtige Stimmung rüberzubringen weiß und zum stark nach 70ern und Motown klingenden Vintage Sound der Band passt wie die Faust aufs Auge. Was soll man sagen - es ist eine Ohrenweide, was die Jungs von der Insel da auf CD gebannt haben. Eine weitere nennenswerte Indie-Pop Band, die, wenn sie so weiterhin solch grandiose Alben hinlegt, ihren goldenen Stern auf dem Indie Hall of Fame erhalten wird. Applaus! Und für alle, die es nicht glauben wollen, gibt es hier „Oh my god“ zum freien Download: http://www.weekenderrecords.de/artists_chikinki.html Bewertung: Highlights: You said, Something more, Like a seesaw, You make it look easy, Lies all over my eyes, 2 possible worlds, Lowlights: The Rain
Hier über Bericht und Album im Forum diskutieren
Weiteres Material: Webseite: http://www.chikinki.co.uk Reinhören: http://www.myspace.com/chikinki
VÖ 16.11. Tracklist: 1. Sunrise 2. You Said 3. Something More (Envelopes And Spades) 4. A Little Time 5. Thrill 6. Like A See-Saw 7. Hello Hello 8. You Make It Look Easy 9. Lies All Over My Eyes 10. Let It Go 11. 2 Possible Worlds 12. Nasty Side 13. Oh My God 14. The Rain 15. Talk To The Moon 
- Artikel bei Amazon bestellen
- Tickets bei Eventim bestellen
|