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Fleet Foxes - Fleet Foxes

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Ein Geheimtipp dürften die Fleet Foxes für Viele gar nicht mehr sein, bekommen die 5 Jungs aus Seattle doch gerade ein gewaltiges Medienecho vor allem in den USA und in England (auch wir berichteten). Verständlich, denn mit ihrem Rückgriff auf folkloristische Wurzeln, auf Chöre wie die der Beach Boys und dem Wissen darüber, dass das alles gar nicht so unmodern ist, erobern die Fleet Foxes die Sonnenuntergänge des Sommers.

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EAV – Amore XL
Artikelbewertung: / 4
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17.10.2007
EAV - Amore XL
Selten war ein Albumtitel derart Programm wie auf „Amore XL“. Jeder der 20 Titel handelt irgendwie von der Liebe. Von erfüllter, verzweifelter, eher freundschaftlicher und mal abartiger Liebe. Von Mensch bis Tier, von hinten und vorne. Es kann fast wehtun, was die Österreicher der Ersten Allgemeinen Verunsicherung da abliefern – ach was, es tut weh. Und zwar so sehr, dass auch kein Arzt mehr helfen kann.

 

 

Warum? Fangen wir bei den Texten an:

Amore, more, more mi / Amore, more, more ma / Amore, more, more mä / die Liebe die tut wäh


Noch ein Beispiel gefällig?

Der Rinderschänder von Paderborn / der hat das Fleckvieh gern von vorn


Natürlich muss man auch bei „Amore XL“ davon ausgehen, dass die 6 Österreicher um Texter und Komponist Thomas Spitzer beim Wortwitz keine Grenzen kennen. Man stellt sich ja mental auf das Ereignis ein, wenn die CD im Schlund des Abspielgeräts verschwindet. Doch muss es diesmal so unbeschreiblich flach sein, was da aus den Boxen quakt?

Man wird fast wehleidig, wenn man an wirklich witzige Titel wie „Ba-Ba-Banküberfall“ oder „Ding Dong“ denkt. Erinnerungen werden wach an den dubiosen Mafioso, der vor mehr als 20 Jahren einsam in Palermo seine Calamari Fritti aß. Jene würden ihm heute im Halse stecken bleiben, würde er mit iPod im Ohr „Amore XL“ hören.

Einzig der Titel „Matador“ schafft es, mit flottem, iberischem Rhythmus und ulkigem Text zu überzeugen. Hier fährt einem unweigerlich mehrfach ein Lachen übers Gesicht.

Beim Barbier von Sevilla / er war blau-schwarz bis lila / als man ihn aus der Arena trug

Wenn sich „Sevillja“ auf „lilja“ reimt, greift man sich kopfschüttelnd, aber zufrieden an den Kopf und denkt wieder an die alten Platten zurück.

EAV (c) HRSchulz

Ja, was waren das für Zeiten. Als die EAV Mitte der 80er Jahre mit ihrem Album „Geld oder Leben!“ den Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum schaffte, ihre Konzerte aufwändig bis ins jede Detail plante und vorführte. 3x die Goldene Stimmgabel, zigfach Platin und 1991 gar der World Music Award – an weiteren Auszeichnungen herrscht kein Mangel. Nach 1991 zogen sie sich bis 1994 zurück, schafften ein nicht ganz so erfolgreiches Comeback wie erhofft und bringen seitdem immer mal wieder in Österreich gut laufende und in Deutschland und der Schweiz noch halbwegs erfolgreiche Alben heraus.

Nicht selten sorgte die Band auch für Skandale. So gab es in ihrem Heimatland Österreich immer wieder Eklats aufgrund politischer Aussagen in ihren Texten. Jörg Haider etwa warf der Band „üble Nachrede“ vor, äußert sich die Gruppe doch des Öfteren gegen Rechtsradikale. Auch den Atomkraftbefürwortern stand die EAV bereits auf den Füßen. Das Lied „Burli“ von 1988, das sich mit den Folgen eines Super-GAUs beschäftigt, sorgte mit den Zeilen

Der Burli hat links und rechts 3 Ohrli / an jeder Hand zehn Finger, und Hände hat er vier / keiner spielt so schnell Klavier

für einige Aufregung.

Kleine Anekdote nebenbei: Als 2007 in Wien eine BAWAG Bank überfallen wurde, spielte ein Anwohner durch sein Fenster so lange „Banküberfall“, bis es von der Polizei unterbunden wurde.

EAV (c) Partners4Music

Musikalisch bewegt sich die EAV mit ihrem neuen Werk oft auf sehr dünnem Eis. Von unglaublich banal und nervtötend wie bei „Agadla Gu Gu“ oder „Schnippel Schnipp“ bis hin zu langweiligem Reggae-Gedudel bei „Bum Bum (Monika)“.

„Matador“ oder „Dann und wann“ retten die ganze Geschichte dann noch vor dem Totalausfall.

Nunja, man hat sich mehr versprochen von „Amore XL“. Live wird die EAV mit Sicherheit wieder höchst amüsant sein und wenn man die Schwerpunkte gekonnt auf die alten Songs legt, geht bestimmt nichts schief. Und auch wenn das Thema der LP eigentlich ein sehr schönes ist, so hat das Gefühl, das beim Hören von „Amore XL“ entsteht, mit Liebe nicht viel zu tun.

Noch einmal „Matador“ und dann ab in den Plattenschrank neben die schon länger mit Staub belegten CDs.

Bewertung:2/5
Highlights: Matador , Dann und wann
Lowlights: Schnippel Schnipp, Amore, Agadla Gu Gu

Hier über Bericht und Album im Forum diskutieren

Weiteres Material:
Webseite: http://www.eav.cc
Reinhören: http://www.myspace.com/ersteallgemeineverunsicherung


Tracklist:
1. Amore          
2. Rinderlein 1          
3. Agadla Gu Gu          
4. Für dich          
5. Schnippel Schnipp          
6. Dann & Wann          
7. Rinderlein 2          
8. Ein Freund          
9. Bum Bum (Monika)          
10. Ich bin bei dir          
11. Herz gestohlen          
12. 100 Jahre Oma          
13. Rinderlein 3          
14. Panga Panga          
15. Nagelbrett          
16. Matador          
17. Rinderlein 4          
18. Mei herrlich          
19. Geheimnis          
20. Rinderlein 5          
21. Da Voda          
22. Sarkophag

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