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Sie kommen aus Deutschland, Uganda, Polen, Korea und Kolumbien. 7 Kerle aus den verschiedensten Regionen dieser Welt machen in Berlin (wo sonst?) zusammen Musik und haben nach bisher 2 Alben mit der Vorabsingle „Hamma!“ ihres neuen Albums „Culcha Candela“ ihren bisher größten Erfolg zu feiern. Und was kann das Album?
Diesmal sollte es weniger um weltpolitische Themen gehen, sondern um die persönlichen Erfahrungen von Jonny Strange (Uganda), Mr. Reedoo (Deutschland), Larsito (Kolumbien), Don Cali (Kolumbien), Lafrotino (Kolumbien), Itchyban (Polen) und Chino con Estilo (Korea). Dabei drehen sich die Themen grob angerissen um „geile Säue“, Sehnsucht, jamaicanisches Whatever, schlechte DJs, wieder ein wenig Patois, Tod, noch eine geile Sau und die Band an sich.
Leider bleiben die Texte inhaltlich recht flach, sodass bis auf „Tara“ kein Song wirklich danach streben mag ernst genommen zu werden .
„…und wenn du jetzt mit mir nach Hause gehst, dann will ich, dass wir uns ganz klar verstehn – wir sind zu breit für ein tiefes Gespräch, wie gut, dass es noch so viel Besseres zur Unterhaltung gibt…“
Reim dich! Aber vielleicht will das die Band auch gar nicht. Vielleicht möchte man einfach Guta-Launa-Musika machen, jah!
Zumindest musikalisch klappt das wieder ganz gut. Wie auf den Vorgängeralben „Union Verdadera“ und „Next Generation“ mischen sich wieder enorm tanzbare Beats mit flotten Melodien und sorgen immer wieder dafür, dass man die berühmten Hummeln im Allerwertesten spürt und die Füße zucken.
Aber soll das wirklich alles sein? Also mal ehrlich, das bisschen Rhythmus und Sprechgesang, ohne Haken und Ösen produziert und abgemischt, bis auf einige wenige Songs wirklich kaum der Rede wert und nicht annähernd so gut wie etwa Seeed, lässt einfach zuviel Raum für die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Albums.
Herauszuheben sind Songs wie natürlich „Hamma!“ (Bericht siehe hier), das seine Clubtauglichkeit schon mehr als ausreichend bewiesen hat. „Tara“, der wohl persönlichste Song auf dem Album, tröpfelt wie die letzten Regentropfen vom Himmel und lässt ein wenig ehrliche Gefühle durchscheinen. Das mit einem sehr guten Flow ausgestatteten „Ey DJ“ sorgt für einen klassischen Gute-Laune-Song, den man am besten im Auto auf dem Weg zum nächsten Club hört.
Nunja, was am Ende bleibt, ist eine Mischung aus Dancehall, Reggae und Hip Hop, die bei genug Fantasie zumindest die zuletzt so vermisste Sonne in Gedanken aufgehen lässt. Und mit ein wenig Glück tanzt vor dem geistigen Auge auch eine mokkabraune Dame ihre Spuren in den Sand.
Bewertung:
Highlights: Ey DJ, Hamma, Tara
Lowlights: Stretch your mind
Weiteres Material: Webseite: http://www.culchacandela.de Reinhören: http://www.myspace.com/culchacandela
Tracklist:
1. Hamma!
2. Chica
3. Besonderer Tag
4. Stretch your Mind
5. Ey DJ
6. A Who
7. African Children
8. Quisiera
9. 90-60-100
10. Krayzee
11. Tara
12. Vitamina
13. Revolution
14. Extranjero soy

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