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Der Name “His infernal Majesty” liegt über 10 Jahre und 6 Alben zurück und die finnische Hardrock Band um Frontmann Ville Valo, die besser bekannt ist unter dem griffigeren Namen HIM, geht mit „Venus Doom“ entlang eines schmalen Grats, zu dessen linker Seite es hinab in die Vergessenheit geht und zur rechten zumindest die Chance besteht, sich an einigen Vorsprüngen festzuhalten, sollte Ausrutschen unvermeidbar sein.
Irgendwann im Sommer 1995 gründete der finnische Sänger Ville Valo zusammen mit einigen Freunden die Band „His infernal Majesty“. Nach dem EP Debüt „666 ways to love“ und der ersten LP „Greatest Lovesongs Vol. 666“ (1998), die sich in Deutschland beachtliche 120.000 Mal verkaufen sollte, gelang der Band im Jahr 1999 mit der Single „Join me (In Death)“ der Durchbruch. Das dazugehörige Album „Razorblade Romance“ bescherte der Band in vielen Ländern Bestplatzierungen und unzählige Auszeichnungen.
Seit dieser Zeit hatten HIM mit ihren Alben zwar nie wieder ähnliche Erfolge vorzuweisen, doch verkauften sich die Platten stets solide. Und wo die früheren Werke musikalisch immer mindestens ein bis zwei gute Singleauskopplungen boten, ist „Venus Doom“ nicht gerade gesegnet mit besonders einfallsreichen Songs.
HIM liefern hier eine viel zu souverän dahin kriechende Scheibe ab, die irgendwo zwischen möglichst verträglichem, himschen „Love Metal“ – ja, richtig gelesen – und progressivem, sehr nach Müllpresse klingenden E-Gitarren schwebt, aber nie den Höhepunkt findet.
Valo selbst klingt mal gewohnt harmlos, mal unglaublich angestrengt böse und ab und zu wie eine überfahrene Katze, die nicht weiß wie ihr geschieht. Die Songs leiern, wollen nicht so recht verraten, wo die Reise hingehen soll und immer wieder wechseln sich müde Pop-Elemente mit schauderhaft einfallslosen Metal-Riffs ab.
Wo „Venus Doom“ noch halbwegs als Ohrwurm durchgeht, ist einzig das progressiv anmutende „Bleed well“ musikalisch interessant. Hier wird zwischenzeitlich immer wieder ordentlich auf die Kacke gehauen, nach einem überflüssig seichten Vers ein ordentlicher Refrain geboten und im Mittelteil auch mal ganz hübsch der Gitarrensologott beschworen.
Der Rest des Albums ist unspektakuläre Rockmusik Marke HIM – diesmal ohne Hits, zum Großteil einfach nur Durchschnitt, aber vermutlich immer noch genau das richtige für depressive Fünfzehnjährige, die Ville Valo total niedlich finden.
Bewertung:
Highlights: Venus Doom, Bleed well
Lowlights: Passion killing floor, Dead lover’s lane, Song or suicide
Weiteres Material: Webseite: http://www.him-music.de Reinhören: http://www.myspace.com/heartagram
Tracklist:
1. Venus Doom
2. Love In Cold Blood
3. Passion's Killing Floor
4. The Kiss Of Dawn
5. Sleepwalking Past Hope
6. Dead Lovers' Lane
7. Song Or Suicide
8. Bleed Well
9. Cyanide Sun

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