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“Schwarze Schafe” heißt der Film, Oliver Rihs der Regisseur und gut soll er sein, der Episoden-Streifen über eine Reihe verschiedener Charaktere, die im heutigen Berlin irgendwelchen Zielen hinterher rennen, die vielen Zuschauern wohl eher fragwürdig erscheinen mögen. Was der gar im Retro-Sound schwelgende Soundtrack zu bieten hat, hört, Verzeihung, lest ihr hier.
Geradezu tarantinoesk mutet der erste Song „Stonesoup“ an. Mit ordentlich End-60er im Sound, werden Erinnerungen an Pulp Fiction, Jacky Brown oder den grandiosen Opener des aktuellen „Death Proof“ wach. Bei „Stonesoup“ wird zur Hammondorgel ordentlich abgerockt und zwischendrin wird es gar leicht orientalisch, wenn die Schalmeien zwischen nach vorn gerichtetem Schlagzeug ihren Dienst verrichten, um dann wieder von den Drawbars beiseite geschubst zu werden.
Die Filmmusik wurde zusammengestellt und arrangiert von King Khan, einem in Kanada geborenen Sohn indischer Einwanderer, der schon immer irgendwie Musik zu machen scheint und mit zig verschiedenen Bands durch die Welt gezogen ist. 1999 gründete er in Deutschland die Soul Big Band „The Shrines“, nahm seitem einiges an Alben auf und tourte unter anderem mit Dylan und Beck durch Europa. Mittlerweile gibt es sogar auf MTV USA eine eigene „King Khan & BBQ Show“.
Aber zurück zur Musik. Der Soundtrack zu “Schwarze Schafe” ist ein Feuerwerk an Retro-Sound für Großstadthippies. King Khan gelingt es, eine verschwitzte und stickige Atmosphäre zu kreieren, die mit Songs wie „Shivers down my spine“ oder „Sheep Trick“ dazu anregt sich einen Dreitagebart stehen zu lassen und lässig in die imaginäre Kamera zu schauen.
Wir haben es hier nicht mit Musik zu tun, die ganz klassisch zum Mitsingen anregt. Vielmehr ist der OST eine Art Rock’n’Soul Gebet, an dessen Wirkung man glauben kann oder eben nicht – Geschmackssache. Und wenn die Platte am Ende eher instrumental eine Mischung aus Bedrohung und Melancholie darbietet und der Pianohocker von Sandra Weckert zum „Black Sheep Theme“ knarzt – wenn die elektrische Gitarre fast schon wie in einem Western vom Ende künden will, dann ziehen wir das letzte Mal an der Zigarette und hören unseren Dreitagebart wachsen.
Bewertung:
Highlights: Black Lips – Not a problem, Greg Ashley – Mona Rider, King Khan & The Shrines – Shivers down my spine
Lowlights: King Khan & BBQ – Pig Pig, The Spits - Violence
Weiteres Material: Webseite: http://www.schwarze-schafe.eu Reinhören: http://www.schwarze-schafe.eu/Soundtrack
Tracklist:
1. Stonesoup
2. Why Don't You Lie?
3. Devils Kitchen
4. Dream Captains
5. Not A Problem
6. Black Sheep Theme
7. Pig Pig
8. Schwulenthema (singende Säge)
9. Mona Rider
10. Violence
11. Shivers Down My Spine
12. Black Sheep Theme Melodica
13. Sheep Trick
14. Black Sheep Theme,Piano Version (Gonzo Piano)
15. Score Guitar-Schwarze Schafe 1 (Monas Theme)

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