|
Am 19.8.2007 war es soweit! Queensryche, eine der ersten Progressive Metal Bands der 80er gaben in der Stadthalle Langen (bei Frankfurt am Main) ihr einziges Deutschlandkonzert. Das Repertoir an hervorragenden Songs ist groß genug – wie das Ganze live rüberkommt, lest ihr hier…
Kennt jemand noch das unglaubliche Konzeptalbum „Operation Mindcrime“ von Queensryche? Wenn nein, dann bitte unbedingt nachholen, denn die LP gehört definitiv zu einer der besten Hard-Rock-Opern die jemals veröffentlicht wurden. Darin schließt sich der Protagonist Nikki, seines Zeichens Heroinkonsument, einer revolutionären Bewegung des Dr. X an, der seine Mitglieder mit dem so begehrten Stoff versorgt, wenn sie ab und an ein paar Aufträge für ihn erledigen. Diese gestalten sich doch sehr oft als Auftragsmorde und als sich Nikki in die mit einer unschönen Kindheit gesegneten Schwester Mary verliebt, wird ihm – wie sollte es anders sein – aufgetragen, sie umzubringen. Wie es ausgeht, solltet ihr euch definitiv selbst anhören.
2006 erschien der Nachfolger „Operation Mindcrime 2“, der allerdings musikalisch überhaupt nicht mithalten konnte und damit auch mehr oder weniger missachtet in den Regalen der CD-Händler liegt.
“Operation Mindcrime” könnte die Band live komplett nachspielen und das Konzert wäre ein Hit gewesen. Auch die meisten anderen „älteren“ Alben wie „Empire“ oder „Rage for Order“ sind voll mit Knüllern, die man live unbedingt mal hören möchte. Doch was Queensryche in Langen ablieferten, war – zumindest in den ersten 30 Minuten – ein eher lahmes Set an neueren Songs, von denen die meisten dann auch noch Balladen waren, die im Publikum kaum für mehr als den obligatorischen Höflichkeitsapplaus sorgten.
Kaum wurden Hits wie „Walk in the Shadows“ (vom Album “Rage for Order”) oder “Anybody listening?” (Empire) gespielt, bebte die Halle und der Applaus war von wedelnden Händen und begeisterten Pfiffen begleitet. Die Jungs schafften es allerdings immer wieder mit Nummern wie „Silent Lucidity“, die nun nicht schlecht sind, aber live einfach unglaublich anstrengend, die Stimmung auf den Boden zurück zu holen – schade!
Der Bandname entspringt übrigens dem ersten kommerziellen Erfolg der Band mit Namen „Queen of the Reich“ (60.000 mal verkauft unter eigenem Label, noch bevor die Jungs einen Vertrag hatten) und sorgt bis heute immer wieder Verwirrung was die Aussprache betrifft. Geoff Tate, Sänger der Band seit Beginn, gibt mit einem Augenzwinkern immer wieder zu, dass der Umlaut über dem „y“ sie bis heute verfolge und immer wieder Fragen aufwerfe.
Nunja, das Konzert bot genug Projektionsfläche für hohe Erwartungen – leider blieben sie am Ende unerfüllt. Eine handvoll mehr Hits hätte dem Auftritt gut getan und die deutschen Metalfans sind sowieso eher Freunde der schnelleren Nummern und weniger Anhänger der doch sehr amerikanisch schnulzigen Rockballaden.
Insofern bleibt die Erinnerung als eine „Wenigstens mal live gesehen“-Erfahrung.
Achja, eine der beiden Vorbands, Circus Maximus, hat uns nachhaltig beeindruckt und sollte unbedingt eure Aufmerksamkeit bekommen. Hier wurde unglaublich einfallsreicher Progressive Metal mit sehr gutem Sänger geboten. Hört dringend mal rein!
Weiteres Material: Webseite: http://www.queensryche.com
Weiteres Material: Webseite: http://circusmaximussite.com Reinhören: http://www.myspace.com/officialcm
|