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Ein unbeschriebenes Blatt ist er nicht, dieser Jonah Matranga. Eher ein etwas verlassen in der Ecke liegendes, auf dem sich Zeilen befinden, die man gerne mal wieder lesen würde. Ein Blatt, über das man sich freut, wenn man es wieder findet… (und als Update mit Video und einem Gratis Mp3!)
Jonah Matranga ist das, was man im Allgemeinen als Songwriter bezeichnen würde. Seine Musik liegt irgendwo zwischen solidem Gitarrenpop und Folk und ab und an, wie etwa bei „Get it right“, meint man auch Countryspuren wahrzunehmen. Elliott Smith wird als Einfluss genannt, genauso wie U2 und Cheap Trick. Smith mag noch einigermaßen so klingen wie Matranga, U2 und Cheap Trick scheinen da einfach 2 der Lieblingskünstler des Sängers zu sein, denn tatsächlich bewegt sich die Musik meist viel zu sehr im Akustischen, als dass sie ernsthaft wie die Iren um Bono oder die rockenden Amerikaner klingen mag.
Und eigentlich will sie das auch nicht. Jonah Matranga, das merkt man von der ersten bis zur letzten Minute, will einfach nur gute Musik machen. Ja, in Ordnung, zugegeben, das steht auch in den Pressetexten – aber es ist dort tatsächlich mal nicht übertrieben romantisch dargestellt, sondern scheint schlicht und einfach zu stimmen.
In den letzten 15 Jahren stand Matranga Rockbands wie FAR oder GRATITUDE vor und hat klassische Indie-Platten
gemacht (ONELINEDRAWING, NEW END ORIGINAL). Für seine Alben hatte er Budgets zwischen $300 und $300.000. Er hat Tourneen gespielt mit Künstlern The Weakerthans bis zu Sepultura - zuletzt tauchte er auf HipHop-Platten von Fort Minor und Lupe Fiasco auf.
Doch viel lieber als der ambitionierte Bandkollege präsentiert er seine Liebe zur Musik als Solokünstler. Ob in Songs wie „So long“, wenn Matranga seiner Verflossenen hinterher winkt, um sicher zu gehen, dass er das Letzte ist, was sie von dem Ort, den sie gerade verlässt, gesehen hat. Oder im bittersüßen „You always said you hated San Francisco“ – mit reichlich Beobachtungsgabe werden kleine Situationen, die den Ursprung eines am Ende größeren Unglücks ausmachen, beschrieben und mit viel Gefühl vertont (Anm. d. Red.: In letzteren Song hat sich der Autor beim Hören des Albums tatsächlich ein wenig verliebt).
Es mag unglaublich kitschig klingen, aber die langsamen Stücke des Herrn aus – hoppla – San Francisco sind derart verzaubernd, dass man sie immer wieder hören möchte. Im Hintergrund knarrt der Hocker, auf dem die Musiker sitzen und das leichte Quietschen der Saiten, wenn der Akkord auf dem Griffbrett gewechselt wird, wird dankend zur Kenntnis genommen. Da möchte man am liebsten eine LP Version des Albums auf den Schallplattenspieler legen, damit das sanfte Knacken der Nadel die Komposition komplett macht.
Matranga verzichtet auf dem etwa 37 Minuten plus einen Bonustrack langen „And“ weitgehend auf überflüssige Effekte, sondern baut im Grunde voll und ganz auf gute, handgemachte Gitarrenmusik.
„Es ist nichts Besonderes am Gitarrespielen, sondern es geht darum, was man hineinsteckt. Ich liebe es noch immer zu singen, und ich bin regelmäßig überwältigt von der Musik, die ich gerade höre. Ich bin ein völliger Rockstreber, ein Kunstidealist, und ich glaube absolut an die transformative, transzendente Kraft dessen, sich den Arsch abzurocken. Sich den Arsch abzurocken ist in keinster Weise an Lautstärke oder eine Stimmungslage gebunden, es bedeutet einfach, sich gehen zu lassen.“
Gut gesagt! Bitte mal reinhören!
Bewertung:
Highlights: You always said you hated San Francisco, So long, Fathers & Daughters, Lost then found
Lowlights: -
VÖ 21.9.
Weiteres Material: Webseite: http://www.jonahmatranga.com Reinhören: http://www.myspace.com/jonahmatranga
Gratis MP3:
http://www.arcticrodeorecordings.com/cms/index.php?id=76,121,0,0,1,0
Tracklist:
1. so long
2. get it right
3. i want you to be my witness
4. every mistake
5. i can’t read yr mind
6. you always sad you hated san francisco
7. waving or drowning
8. not about a girl or place
9. fathers & daughters
10. lost, then found
MP3 Bonus Track: Are You Sure?
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