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Romantik, Traumwelt, Irrsinn. Space-Rock, Lo-Fi Pop, Euphorie trifft Irrsinn. Ungeordnet landen diese hingeworfenen Brocken deutscher Sprache und musikalischer Stilrichtungen im staubigen Boden, wo sie langsam auf natürliche Weise zersetzt werden. Es sei denn, es kommt zufällig jemand wie Nick Talbot vorbei, hebt sie auf, macht sie sauber, ordnet sie nach seinen Vorstellungen neu und erschafft eine hübsche, eigene Klangwelt.
Es scheint nicht einfach sich in diese Welt einfinden zu können – es sind keine einladenden Gesten, die der Eröffnungssong des Albums zu bieten hat. Vielmehr ist es ein ruhiges, sphärisches Hallo an alle da draußen, die sich hierher verirrt haben. Ein recht dünnes Stimmchen über all den schwebenden Tönen wirkt uninteressiert und scheint wie abwesend zu berichten.
Was ist das und wo kommt es her? Gravenhurst selbst kommen aus Bristol und bestehen zu Tourzeiten aus 3 Musikern, namentlich Huw Cooksley, Dave Collingwood und eben jenem Nick Talbot, der seit etwa 1997 seine eigenen Stücke komponiert, ein eigenes Label besitzt und der eigentlich kreative Kopf hinter der Band ist. Seit 2004 stehen sie bei Warp Records unter Vertrag, ernten immer wieder gute Kritiken, lassen allerdings gute Verkaufszahlen vermissen.
Die Musik auf „The Western Lands“ ist im Grunde eine auf das Wesentliche reduzierte Lo-Fi Mixtur aus Pop, Folk und elektronischen Elementen. Auch wenn die Arrangements in Songs wie „Hollow Men“ teilweise kraftvoller geraten als der Rest des Albums, so fällt Talbot doch recht schnell wieder zurück in das, was er am besten kann. Melancholische, träumerische und nicht zuletzt sehr schöne Songs wie „Song Among The Pine“, das gar unüblich im Dreivierteltakt daherkommt.
Einflüsse sind einige zu nennen: The Smiths, My Bloody Valentine, The Cure. Auch erinnert „The Western Lands“ an das erst kürzlich erschienene Album „The last holy writer“ von Trembling Blue Stars (Review gibt’s hier), reicht allerdings nicht an die Kreativität dessen heran.
Auch gesungen wird bei Gravenhurst nicht immer - “Western Lands” etwa, das Bilder malt, die an alte Wildweststreifen erinnern, kommt ganz ohne die Stimme des Frontmanns aus. Diese ist, wie bereits erwähnt, stets ein wenig dünn und kraftlos, wirkt allerdings nicht unpassend - doch bietet sie am Ende mehr Raum zum Zuhören als zum Mitsingen. Was dann auch das größte Problem des Albums ist: Es fehlen die großen Melodien, welche die Platte zu mehr machen als einem Hintergrundrauschen mit Indie-Faktor.
Letztendlich ist Nick Talbot mit „The Western Lands“ zwar ein noch guter Nachfolger zu „Fires In Distant Buildings“ gelungen, doch am Ende kann er die Messlatte nicht höher setzen und bietet zwar ein hübsches Ensemble an Songs, die für eine recht unterhaltsame Entführung in die Klangwelt von Gravenhurst sorgen, aber auf Dauer letztendlich ein wenig an Abwechslung vermissen lassen. Fans sei das Album empfohlen, Einsteiger in die sphärischen Landschaften von Lo-Fi und „Space-Rock“ sind mit Trembling Blue Stars vermutlich erst einmal besser bedient.
Bewertung: 
Highlights: Song among the Pine, Grand Union Canal, The Collector
Lowlights: Farewell, farewell
VÖ 7.9.
Weiteres Material: Webseite: http://www.gravenhurstmusic.com Reinhören: http://www.myspace.com/gravenhurst
Tracklist:
1. Saints
2. She Dances
3. Hollow Men
4. Song Among The Pine
5. Trust
6. The Western Lands
7. Farewell, Farewell
8. Hourglass
9. Grand Union Canal
10. The Collector

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